Wie man mit Fed-Ankündigungen – bei wenig Risiko – Geld verdient

 

Berlin (28.7.18) – Laut einer neuen Studie der University of Chicago Booth School of Business könnten Investoren mit einer einfachen Handelsstrategie, basierend auf den geldpolitischen Ankündigungen der US-Notenbank, erhebliche kurzfristige Gewinne an Aktienmärkten erzielen. Dies fanden Michael Weber von Chicago Booth und Andreas Neuhierl von der University of Notre Dame in ihrem Arbeitspapier „Monetary Momentum“ heraus. Die von ihnen entdeckte Strategie könnte, ohne dabei das Risiko zu erhöhen, eine wesentlich höhere Rendite erzielen als ein normaler Buy-and-Hold-Anlageplan.

Märkte prognostizieren hierbei regelmäßig den Inhalt der Ankündigungen des Federal Open Market Committee (FOMC) zu den neuen Zielzinssätzen der Fed und reagieren immer dann, wenn die Fed wider aller Erwartungen handelt. Liegt die neue Zielmarke unter den Marktprognosen, stellt die FOMC-Ankündigung eine expansive „Überraschung“ dar. Übertrifft sie diese, liegt eine kontraktive Überraschung vor. Entsprechend der Studie sind erhebliche Gewinne möglich, wenn Anleger vor und nach den unerwarteten FOMC-Ankündigungen kaufen oder Leerverkäufe tätigen.

 

Wie die Studie zeigt, bewegten die Aktienkurse sich vor und nach diesen beiden Arten von Ereignissen. Dabei stiegen die Preise während der 25 Tage vor einer expansiven Überraschung um insgesamt 2,5%, vor einer kontraktiven Überraschung fielen die Preise hingegen. Die Tendenz der Aktienkurse blieb danach für einen Zeitraum von 15 Tagen weiter bestehen, was letztendlich zu einer Differenz von 4,5 Prozent der Aktienpreise durch unerwartete Meldungen führte. Die Forscher fanden ebenfalls heraus, dass diese Bewegungen in allen Branchen stattfanden. Lediglich im Bergbau trieben kontraktive Überraschungen die Aktienkurse in die Höhe.

 

Eine Strategie, die diese Aktien 15 Tage später verkauft, verdient eine annualisierte Sharpe-Ratio, die um den Faktor vier größer ist als eine Buy-and-Hold-Strategie. (Sharpe Ratios messen risikoangepasste Renditen, wobei höhere Zahlen auf ein geringeres Anlagerisiko hindeuten.) Auch ohne vorherige Kenntnis der Absichten des FOMC können Anleger diesen Trend ausnutzen, indem sie unmittelbar nach einem expansiven Schock Aktien kaufen und nach einem kontraktiven Schock Leerverkäufe tätigen, erklären Neuhierl und Weber. Sie zeigen weiter, dass Investoren auch Geld verdienen können, wenn sie vor den Ankündigungen keine Positionen gehalten haben.

 

Wie die Forscher darlegen, wirkten sich die Ankündigungen der US-Politik auch auf die Aktienkurse in den ausländischen Märkten aus. Die Aktienkurse in Deutschland, Kanada, Frankreich, Spanien, der Schweiz und Großbritannien bewegten sich um die FOMC-Überraschungen in ähnlichen Mustern und Größenordnungen. Weber und Neuhierl untersuchten Ankündigungen des FOMC ab 1994, zu diesem Zeitpunkt begann die Fed ihre Zinsabsichten, damals noch durch Pressemitteilungen, öffentlich zu kommunizieren. Der Untersuchungszeitraum endete mit dem Jahr 2009. –

Die Vorankündigungsbewegungen deuten darauf hin, dass einige Investoren im Voraus wissen, ob eine FOMC-Mitteilung den Markterwartungen entsprechen wird.