EZB: Ergebnisse der Umfrage vom Juni zu den Kreditbedingungen an Märkten für auf Euro lautende wertpapierbesicherte Finanzierungen und OTC-Derivate

Frankfurt/Main (30.7.18) – Die Kreditbedingungen haben sich von März bis Mai 2018 für fast alle Arten von Gegenparteien an den Märkten für wertpapierbesicherte Finanzierungen wie auch für OTC-Derivate verschärft. Diese größte Verschärfung seit einem Jahr stand im Widerspruch zu der von den Teilnehmern der vorherigen Umfrage vom März 2018 geäußerten Erwartung einer Lockerung. Nun gehen die Befragten auch für die kommenden Monate von einer Straffung der Kreditbedingungen aus. Die restriktiveren preislichen Konditionen wurden mit der Verschlechterung der Liquiditätsbedingungen und der Funktionsweise des Markts für allgemeine Sicherheiten begründet. In einigen qualitativen Antworten wurde die Entwicklung auch mit den gestiegenen Spreads staatlicher Schuldtitel in einigen Ländern in Zusammenhang gebracht. Als weitere, wenn auch weniger wichtige Faktoren wurden unter anderem die Einführung neuer Marktgepflogenheiten und der Wettbewerb mit anderen Instituten genannt.

Mit Blick auf nicht zentral geclearte OTC-Derivate meldeten nahezu 10 % der Umfrageteilnehmer eine leichte Verschärfung der Liquiditäts- und allgemeinen Handelsbedingungen. Aus den qualitativen Antworten geht hervor, dass eine weitere Straffung infolge der schrittweisen Einführung von Margins für OTC-Geschäfte in Zukunft zu erwarten sein könnte.

Die Erhebung wird vier Mal im Jahr durchgeführt, sodass Änderungen der Kreditbedingungen in den im Februar, Mai, August bzw. November endenden dreimonatigen Referenzzeiträumen erfasst werden. Für die Umfrage vom Juni 2018 wurden qualitative Angaben zu Veränderungen im Zeitraum von März bis Mai 2018 erhoben. Die Ergebnisse basieren auf den Antworten einer Gruppe von 28 Großbanken, von denen jeweils 14 im Euro-Währungsgebiet ansässig sind bzw. ihren Hauptsitz außerhalb des Euroraums haben.