Allianz zum Geldvermögen:
Schwächstes Wachstum seit sieben Jahren
München (27.12.18) – Das Geldvermögen der deutschen Haushalte wird 2018 – trotz deutlicher Verluste im letzten Quartal – über der 6-Billionen-Grenze verharren, allerdings denkbar knapp: Zum Ende des Jahres dürfte es bei etwa EUR 6.010 Mrd. liegen. Dies entspricht einem Zuwachs von gut 2 %, dem schwächsten Anstieg seit 2011. Mit dem Ende des Börsenbooms müssen auch die deutschen Sparer wieder kleinere Brötchen backen.
Die Korrektur an den Aktienmärkten – allein der DAX gab 2018 um knapp 20% nach – kostete die deutschen Haushalte über EUR 100 Mrd. oder beinahe 2% ihres gesamten Geldvermögens. Die hohen Sparanstrengungen konnten diese Verluste allerdings mehr als kompensieren: Auf geschätzte EUR 250 Mrd. beliefen sich im abgelaufenen Jahr die frischen Anlegergelder, eine neue Rekordsumme. Dahinter standen die robuste Entwicklung von Beschäftigung und Einkommen sowie die zunehmende politische Unsicherheit, die nicht unwesentlich zu einer steigenden Sparquote beigetragen haben dürfte. Mit 10,3% lag sie so hoch wie zuletzt vor zehn Jahren.
Mehr als die Hälfte der Neuanlagen kam dabei wieder den Banken zugute. Angesichts der Börsenschwäche mag dieses Sparverhalten auf den ersten Blick vernünftig erscheinen. Aber „sicher“ sind auch dort die Spargelder nicht. Mit dem Anstieg der Inflation ist die Rendite auf Bankeinlagen mittlerweile kräftig in den negativen Bereich gerutscht und dürfte für 2018 ungefähr bei -1,9% liegen. Mit anderen Worten: Allein in diesem Jahr haben die Sparer mit Bankeinlagen und Bargeld rund EUR 45 Mrd. an Kaufkraftverlusten erlitten. Bei diesem Tempo wird sich der Wert der Einlagen in den nächsten 30 Jahren nahezu halbieren. Gerade in turbulenten Zeiten lohnt es sich, die lange Sicht nicht aus den Augen zu verlieren.

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