dena-Umfrage: Vertrauen in Wettbewerbsfähigkeit deutscher Automobilhersteller sinkt – Verbraucher erwarten mehr Engagement für alternative Antriebe

Berlin (28.12.18) – Das Vertrauen der Verbraucher in die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Autoindustrie ist im Vergleich zum Vorjahr weiter zur zückgegangen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage der Deutschen Energie-Agentur (dena). 54 Prozent der Befragten finden, dass deutsche Automobilhersteller für den Wettbewerb um die Mobilität der Zukunft nicht gut aufgestellt sind (2017: 48 Prozent). Drei Viertel denken, dass die Hersteller nicht genug tun, um verbrauchs- und schadstoffarme Fahrzeuge auf den Markt zu bringen. Bei der Wahl der Antriebsart verschiebt sich das Interesse weiter hin zu Alternativen wie Strom, Wasserstoff oder Erdgas, aber auch der klassische Verbrennungsmotor spielt für gut ein Drittel der Verbraucher weiterhin eine wichtige Rolle.

Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung. „Der

Automobilmarkt wird vielfältiger. Das Angebot an alternativen

Antrieben steigt, auch bei deutschen Herstellern. Doch viele

Verbraucher scheinen im Moment noch abzuwarten. Es besteht eine

gewisse Verunsicherung und Skepsis, die teilweise auf Wissensdefizite

zurückzuführen ist. Daher braucht es noch viel Informationsarbeit,

wenn alternative Antriebe schneller Marktanteile gewinnen sollen.

Dies ist auch die Aufgabe der Hersteller, mit der sie verloren

gegangenes Vertrauen zurückgewinnen können.“

 

60 Prozent der Deutschen würden sich mittlerweile für ein Auto mit

alternativem Antrieb entscheiden, wenn der Kaufpreis derselbe wie bei

einem klassischen Verbrenner wäre. Das sind zehn Prozent mehr als vor

einem Jahr. Am höchsten ist der Zuspruch mit rund 70 Prozent bei

jüngeren Befragten im Alter von unter 50 Jahren. Am populärsten sind

Pkw mit batterieelektrischem Antrieb. Fast jeder Vierte würde sich

dafür entscheiden. Die größte Veränderung ist bei

Wasserstofffahrzeugen zu verzeichnen. Hier steigt der Zuspruch von 7

auf 15 Prozent. Andererseits würden sich 35 Prozent auch bei gleichem

Kaufpreis für einen klassischen Verbrennungsmotor entscheiden (2017:

43 Prozent).

 

Mit Blick auf das Jahr 2030 glauben 72 Prozent der Befragten, dass

alternative Antriebe den Markt dominieren werden. Im Vergleich zum

Vorjahr hat sich dieser Wert kaum verändert. Knapp jeder Zweite sieht

dabei das Batterieelektroauto in der führenden Rolle, gut jeder

Zehnte setzt auf Wasserstofffahrzeuge oder Plug-in-Hybride. 22

Prozent sehen dagegen im Jahr 2030 den Verbrennungsmotor als die

dominierende Antriebsart.

 

Online-Angebot der dena informiert Verbraucher über alternative

Antriebe

 

Dass der Trend sich nicht schon stärker auf alternative Antriebe

ausrichtet, hängt nach Einschätzung der dena unter anderem mit einem

Mangel an Information zusammen. 56 Prozent der Befragten schätzen ihr

Wissen über Verbrennungsmotoren wie Benzin und Diesel als „eher gut“

ein, beim Batterieelektroauto sind es nur 30 Prozent. Noch geringer

ist der Anteil der gut Informierten bei anderen alternativen

Antriebsarten wie Erdgas (18 Prozent), Plug-in-Hybrid (15 Prozent)

und Wasserstoff (12 Prozent).