Deutsche Telekom: „In neue Dimensionen vorgestoßen“
Bonn (13.8.20) – Für die Deutsche Telekom hat mit dem zweiten Quartal 2020 ein neues Zeitalter begonnen. Mit der erstmaligen Einbeziehung von Sprint nach dem Abschluss der Fusion mit T-Mobile US am 1. April 2020 stößt der Konzern in neue finanzielle Dimensionen vor. So legte der Umsatz im zweiten Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 37,5 Prozent auf 27,0 Milliarden Euro zu. Gleichzeitig wuchs das bereinigte EBITDA AL um 56,4 Prozent auf 9,8 Milliarden Euro. In der organischen Betrachtung – also bereinigt um Veränderungen des Konsolidierungskreises und Wechselkurseffekte – blieb der Umsatz mit einem Minus von 0,6 Prozent etwa stabil und das bereinigte EBITDA AL stieg um 8,4 Prozent.
„Die Fusion in den USA ist für den Konzern eine historische Weichenstellung“, sagte Tim Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom. „Unsere Zahlen sind beeindruckend, und dazu tragen auch unsere starken Geschäfte in Deutschland und dem übrigen Europa bei.“
Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Zahlen der Deutschen Telekom blieben auch im zweiten Quartal 2020 begrenzt. Spürbar waren sie vor allem im Großkundengeschäft, wo sich neue Aufträge verzögern, und bei Roaming-Umsätzen im Mobilfunk, die wegen Reisebeschränkungen unter Druck stehen.
Der Free Cashflow AL erreichte 2,4 Milliarden Euro. Das waren 56,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der bereinigte Konzernüberschuss lag im zweiten Quartal um 3,8 Prozent unter dem Vorjahreswert bei 1,3 Milliarden Euro. Unbereinigt betrug der Rückgang 20,1 Prozent auf 754 Millionen Euro. Im Zusammenhang mit der Fusion in den USA hat die Deutsche Telekom stets darauf verwiesen, dass vor allem in den ersten drei Jahren Kosten für die Integration der beiden Gesellschaften das Netto-Ergebnis belasten werden. Zusätzlich sind die erhöhten Anteile von dritten Anteilseignern am Netto-Gewinn der Konzerngesellschaften zu berücksichtigen. Das gestiegene bereinigte EBITDA AL belegt die höhere operative Ertragskraft des erweiterten Geschäfts.
Die Deutsche Telekom aktualisierte wegen der neuen Konzernstruktur nach der Fusion in den USA ihre Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Dabei blieben alle Werte für das Geschäft außerhalb der USA gegenüber der bisherigen Prognose unverändert. Der Konzern erwartet nun insgesamt für 2020 ein bereinigtes EBITDA AL von rund 34 Milliarden Euro statt bislang rund 25,5 Milliarden Euro. Der Free Cashflow AL soll mindestens 5,5 Milliarden Euro betragen nach bisher rund 8,0 Milliarden Euro. Hier wirken sich die bereits bei Bekanntgabe des Zusammenschlusses mit Sprint angekündigten Integrationskosten aus.
Deutschland – grundsolide in der globalen Krise
Auf ihrem Heimatmarkt verzeichnete die Telekom das erfolgreichste Quartal im Breitbandgeschäft gemessen an der Zahl der Nettoneukunden seit zwei Jahren. Zwischen April und Juni stieg die Zahl der Breitbandkunden um 87.000 und damit stärker als bei allen Wettbewerbern. Auf einen Glasfaser-basierten Anschluss (FTTH, FTTC/Vectoring) wechselten 386.000 Kunden. Die Gesamtzahl dieser Anschlüsse liegt nun bei 15,2 Millionen und damit um 1,8 Millionen höher als noch vor einem Jahr.
Im Mobilfunkgeschäft machten sich die wegen der Reisebeschränkungen fehlenden Roaming-Umsätze bemerkbar. Die Mobilfunk-Serviceumsätze lagen deshalb im zweiten Quartal um 1,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Rückgang fiel damit aber deutlich geringer aus als bei den Wettbewerbern. Die Telekom baute somit ihre Marktführerschaft gemessen an den Serviceumsätzen weiter aus. Ohne die negativen Einflüsse der Corona Beschränkungen wuchsen die mobilen Serviceumsätze um rund 2 Prozent.
Trotz des negativen Pandemie-Effekts auf die Roaming-Umsätze stieg der Gesamtumsatz des operativen Segments Deutschland im zweiten Quartal im Vorjahresvergleich um 1,1 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro. Gleichzeitig wuchs das bereinigte EBITDA AL um 3,0 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Die Marge verbesserte sich somit im Jahresvergleich um 0,7 Prozentpunkte auf 40,7 Prozent.
USA – neue T-Mobile steigt zur Nummer zwei auf
Zum 1. April kam die Fusion von T-Mobile und Sprint zum Abschluss. Die Integration ist in vollem Gange, so wurde die Marke Sprint zum 2. August eingestellt. Die neue T-Mobile betreute zum Ende des zweiten Quartals 2020 107,7 Millionen Kunden. Zum 1. Juli verkaufte T-Mobile wie mit den Genehmigungsbehörden vereinbart das Prepaid-Geschäft von Sprint. Damit errechnet sich eine Kundenzahl von 98,3 Millionen. T-Mobile hat somit nach Kunden in den USA AT&T überholt und ist die neue Nummer zwei auf dem US-Mobilfunkmarkt.
Einen deutlichen Sprung gab es natürlich auch bei den Finanzkennzahlen. T-Mobile erzielte im zweiten Quartal einen Gesamtumsatz von 19,0 Milliarden Dollar, ein Plus von 72,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das bereinigte EBITDA AL lag mit 6,9 Milliarden Dollar um 115 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Organisch stieg das bereinigte EBITDA AL um 11,1 Prozent. Beim Umsatz gab es in der organischen Betrachtung einen leichten Rückgang um 0,8 Prozent. Gründe waren die Auswirkungen der Pandemie und das vor dem Zusammenschluss schrumpfende Geschäft von Sprint.
Europa – Ergebnis wächst weiter
Die starke Einschränkung von Reisen belastete wegen deutlich geringerer Roaming-Umsätze die Mobilfunk-Serviceumsätze in Europa. Dies betraf vor allem Griechenland. Der Gesamtumsatz im Segment ging in der Folge im zweiten Quartal organisch um 2,0 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro zurück. Strikte Kostendisziplin half, beim Ergebnis diese Entwicklung zu vermeiden. Das bereinigte EBITDA AL lag mit 1,0 Milliarden Euro organisch um 1,1 Prozent über dem Vorjahreswert und wuchs damit das zehnte Quartal in Folge.
Einen ungebrochen positiven Trend zeigten auch die Kundenzahlen. Im zweiten Quartal gewannen die Landesgesellschaften 174.000 neue Mobilfunk-Vertragskunden. Die Zahl der Breitband-Kunden legte zwischen April und Juni um 69.000 zu. Zudem gewannen die Unternehmen 265.000 neue Nutzer von Bündelprodukten aus Festnetz und Mobilfunk. Die Kundenbasis wuchs hier im Jahresvergleich um mehr als 30 Prozent.
Systemgeschäft – Pandemie belastet
T-Systems spürte im zweiten Quartal die Auswirkungen der globalen Pandemie deutlich. Diese verzögerte vor allem den Abschluss neuer Verträge mit Großkunden. Neue IT-Projekte wurden häufig ausgesetzt oder gestoppt. Kunden konzentrieren sich darauf, die Kontinuität ihres Geschäfts zu sichern und sich auf die Zeit nach der Pandemie vorzubereiten. Unter dem Strich stand ein Rückgang beim Auftragseingang im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 24,0 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro.
Das bereinigte EBITDA AL ging um 22,8 Prozent auf 98 Millionen Euro zurück, der Umsatz lag mit 1,6 Milliarden Euro um 3,4 Prozent unter dem Niveau des zweiten Quartals 2019. Ein deutliches Plus zeigten dabei die Wachstumsbereiche Public Cloud und Security mit jeweils zweistelligem Wachstum.
Group Development – Gewinn bei T-Mobile NL legt zu
Die im Segment Group Development zusammengefassten Geschäftsbereiche wuchsen im zweiten Quartal 2020 weiter. So stieg der Umsatz im Funkturmgeschäft gegenüber dem Vorjahr um 3,8 Prozent, während das bereinigte EBITDA AL um 3,8 Prozent zulegte. Hier waren zu Ende Juni 34.700 Mobilfunkstandorte in Deutschland und den Niederlanden zusammengefasst, 1.800 mehr als ein Jahr zuvor.
Trotz der Belastungen durch die Corona-Pandemie verzeichnete T-Mobile NL mit 50.000 neuen Mobilfunk-Vertragskunden erneut einen kräftigen Zuwachs. Die Mobilfunk-Serviceumsätze stiegen im Quartal gegenüber dem Vorjahr um 2,3 Prozent. Einen Gewinnsprung um 22,2 Prozent gab es beim bereinigten EBITDA AL.

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