Grüner Fisher Investments: Bullen- und Bärenmärkte – Was Anleger im aktuellen Bullenmarkt beachten sollten
Rodenbach (3.11.20) – Steigen oder fallen Aktienkurse nachhaltig über einen längeren Zeitraum, so ist an der Börse von zwei entgegengesetzten Markentwicklungen die Rede: Bullen- und Bärenmärkte. Befinden sich Wirtschaft und Politik im Aufschwung, so entsteht häufig ein Bullenmarkt. Kommt es in Folge einer Rezession jedoch zu einem Rückgang der Aktienkurse von mehr als 20 Prozent, spricht man von einem Bärenmarkt. Die Entwicklung der Weltwirtschaft wird dabei als einer der entscheidenden Einflussfaktoren gewertet. Nachdem die Corona-Pandemie die Finanzmärkte in einen Bärenmarkt gestürzt und für das Ende einer der längsten Bullenmärkte der Geschichte gesorgt hat, befinden sich die Aktienmärkte aktuell wieder im Aufschwung. Was Anleger jetzt beachten sollten, erfahren Sie im Folgenden.
Frühe Bullenmarktphasen erfordern Vertrauen
Bullenmärkte entstehen bekanntlich, wenn Aktien die niedrige Erwartungshaltung nach einem Bärenmarkt übertreffen – entscheidend ist hier also die Diskrepanz zwischen der Realität und den Erwartungen der Anleger. Emotionen und Marktstimmungen gelten als einflussnehmende Faktoren: Sobald sich Marktteilnehmer der Abweichung ihrer eigenen Vorstellungen zu den tatsächlichen Kursen bewusst werden, sind sie bereit, höhere Aktienpreise zu zahlen. Besonders in frühen Bullenmarktphasen herrscht jedoch weiterhin ein Grundpessimismus und die Neigung zu Negativszenarien. Wie im Fall der aktuellen Corona-Krise fürchten Anleger einen „Rückfall“ in den Bärenmarkt: Entwickelt sich der neu gestartete Aufwärtstrend in Anbetracht der zweiten Welle wirklich nachhaltig? Insgesamt gilt zu beachten, dass Aktienmärkte stets in die Zukunft und nicht in die Vergangenheit blicken – es braucht also Zuversicht sowie Vertrauen in die globale Wirtschaft und deren Wandlungsfähigkeit in Krisen. Ein erneuter Markteintritt nach dem Bärenmarkt sollte jedoch nicht zu lange auf sich warten lassen: Die Renditen neu entstehender Bullenmärkte tendieren zu einer zügigen Entfaltung und holen die letzte Bärenmarktbewegung häufig schnell wieder auf.
Rationalität ist das A und O
Ob mitten im Bärenmarkt oder in frühen Bullenmarktphasen: Anleger sollten sich nicht zu stark von tagesaktuellen Stimmungen oder Emotionen leiten lassen, denn diese können dazu führen, dass zukünftige Renditen der Märkte verpasst werden und die eigenen Anlageziele unerreicht bleiben. Auch in Zeiten des aktuellen Bullenmarktes sollte deshalb eine rationale Bewertung der aktuellen Situation oberste Priorität haben. Mediale Berichterstattung über Krisen und Skandale sorgt häufig für Verunsicherung und Vertrauensverlusten bei den Marktteilnehmern – Negativszenarien werden gepusht, positive Einflussfaktoren hingegen kleingeredet. Anleger sollten auch hier stets einen kühlen Kopf bewahren und die Geschäftsmodelle einzelner Unternehmen so rational wie möglich überprüfen.
Stimmungen am Markt beobachten
Auch wenn Bullenmärkte sich meist durch längeres Andauern auszeichnen und wir uns aktuell in einer frühen Phase befinden, sollten Anleger die Marktentwicklungen stets genauestens beobachten. Mündet eine anhaltende Erfolgswelle in Euphorie und werden signifikante negative Veränderungen von Marktteilnehmern unterschätzt, so kann dies schnell zu einem Bärenmarkt führen. Treten Indikatoren wie eine einheitlich positive mediale Berichterstattung oder eine Vielzahl an fremdfinanzierten Übernahmen auf, sollte dies kritisch bewertet werden. Es gilt jedoch: Kurze, stimmungsgetriebene Marktbewegungen – sogenannte Korrekturen – sind in Bullenmärkten völlig normal und sollten nicht überbewertet werden.
Über den Autor:
Torsten Reidel ist Geschäftsführer der Grüner Fisher Investments GmbH. Die Grüner Fisher Investments GmbH ist eine wachstumsstarke, unabhängige Vermögensverwaltung. Das Unternehmen wurde 1999 von Thomas Grüner gegründet. Seit der amerikanische Milliardär Ken Fisher, dessen Vermögensverwaltung in den USA zurzeit mehr als 135 Mrd. US-Dollar managt, Mitte 2007 eine Beteiligung an dem Unternehmen erworben hat, lautet der Firmenname Grüner Fisher Investments GmbH.

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