ING: Trotz gestiegener Kosten – Lust der Deutschen am Eigenheim ungebrochen
Frankfurt/Main (24.1.22) – Trotz stark gestiegener Immobilien- und Grundstückspreise scheint die Lust der Deutschen auf die eigenen vier Wände ungebrochen. Diesen Schluss lässt das „Baufi-Barometer“ der ING Deutschland zu. Anhand der Frage „Wie finanziert Deutschland?“ wurden die Baufinanzierungsdaten der ING-Kundinnen und -Kunden im Zeitraum von 2016 bis 2021 (Stichtag 30.11.2021) ausgewertet. Während sich die Zahl der Darlehensverträge in den sechs Jahren auf konstant hohem Niveau zeigt, machen sich die gestiegenen Bau-und Grundstückskosten durchaus in den Finanzierungen bemerkbar: Seit 2016 ist das durchschnittliche Darlehensvolumen um 40 Prozent von 251.000 Euro auf 348.000 Euro gestiegen. In Bayern wurden mit 449.000 Euro im Durchschnitt die höchsten Darlehenssummen im Vergleich der Bundesländer ausgezahlt, im Saarland mit 236.000 Euro die niedrigsten.
Die Diskussion um möglicherweise wieder anziehende Zinsen geht dabei
auch an den Kundinnen und Kunden der ING nicht vorbei. In den
vergangenen fünf Jahren ist die Zinsbindungsdauer bei den
Baufinanzierungen von durchschnittlich 10,7 Jahren auf 12,4 Jahre
angestiegen. „Immobilienkäufer wollen sich im aktuellen Umfeld die
derzeit historisch günstigen Konditionen möglichst lange sichern“,
sagt Thomas Hein, Leiter Vertrieb Immobilienfinanzierung von der ING
Deutschland. „Dazu kommt, dass im dritten
Quartal 2021 eine Preissteigerung von durchschnittlich 12,0 Prozent
gegenüber dem Vorjahresquartal verzeichnet wurde. Dies ist zum
zweiten Mal in Folge der größte Preisanstieg seit Beginn der
Zeitreihe im Jahr 2000. Vor diesem Hintergrund scheint für viele
Menschen eine möglichst große Sicherheit bei der Zinsbindung ein
entscheidender Faktor bei der Kaufentscheidung zu sein“.
Immobilien werden vermehrt als Kapitalanlage genutzt
Die niedrigen Zinsen sind indes möglicherweise auch verantwortlich
für eine weitere Entwicklung, die sich abzeichnet: „Wir sehen bei der
Nutzung der finanzierten Objekte in den vergangenen fünf Jahren einen
Anstieg der Vermietungen, verbunden mit einem leichten Rückgang bei
der Eigennutzung. Waren 2016 noch 80,4 Prozent aller bei uns
finanzierten Objekte für die eigene Nutzung vorgesehen, so ist dieser
Wert 2021 auf 74,8 Prozent gesunken. Gleichzeitig stieg der Anteil
bei den vermieteten
Immobilien von 15,9 Prozent auf 21,8 Prozent. Hier spielt
möglicherweise die Suche nach Anlagealternativen im Niedrigzinsumfeld
eine Rolle“, so Thomas Hein. Den höchsten Prozentsatz an vermieteten
Finanzierungsobjekten verzeichnen Berlin und Sachsen.
Regionale Unterschiede bei Immobilienart und Wohnfläche
Das „Baufi-Barometer“ der ING gibt auch Hinweise darauf, wie sich die
Nachfrage nach Wohnimmobilien an die jeweiligen Preisverhältnisse
anpasst. Insgesamt werden im Betrachtungszeitraum deutschlandweit
zunehmend Eigentumswohnungen finanziert (2016: 31,3 Prozent, 2021:
36,5 Prozent), während der Trend bei freistehenden Einfamilienhäusern
(EFH) leicht rückläufig ist (2016: 40 Prozent, 2021: 35,5 Prozent).
Dabei fallen allerdings regionale Unterschiede auf. Während in
hochpreisigen Bundesländern
wie Bayern und Baden-Württemberg der Anteil von EFH-Finanzierungen
lediglich bei rund 30 Prozent liegt, kommen Bundesländer mit
niedrigeren Preisen wie Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern,
Sachsen-Anhalt oder Thüringen hier auf Quoten von mehr als 60
Prozent.
Bei der Wohnfläche scheint vor allem das verfügbare Einkommen die
Möglichkeiten zu bestimmen. Bundesländer wie Baden-Württemberg,
Hessen oder Hamburg zeichnen sich durch ein vergleichsweise hohes
verfügbares Haushaltsnettoeinkommen aus. Hier sind die Wohnflächen in
EFHs und Eigentumswohnungen, unabhängig von den Grundstücksgrößen, in
der Regel größer als in einkommensschwächeren Bundeländern. „Das
ING-Baufi-Barometer zeigt, dass es in Deutschland ein ungebrochen
hohes Interesse an Wohneigentum
gibt. Die aktuelle Corona-Situation hat für eine zusätzliche Belebung
gesorgt. Es dürfte interessant sein zu sehen, wie sich steigende
Zinsen in den nächsten Jahren auf den Immobilien-Boom auswirken“,
fasst Thomas Hein zusammen.
Datengrundlage für das ING-Baufi-Barometer
Auf anonymisierter Basis wurden Baufinanzierungsdaten von Kundinnen
und Kunden der ING Deutschland im Zeitraum von 2016 bis 2021 (per
30.11.2021) ausgewertet. Die ING verzeichnete bis Ende November 2021
gut 56.500 Darlehensverträge, das entspricht in etwa dem Niveau der
Vorjahre (2020: rund 56.900, 2019: rund 45.400, 2018: rund 52.300, 2017: 49.500 und 2016: 55.300).

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