Deutsche Bank: Höchstes Ergebnis in einem dritten Quartal seit 2006
Frankfurt/Main (26.10.22) – Ringsum Chaos, Krieg, Klimawandel, Noch-Pandemie. Aber bei der deutschen Bank läuft es anscheinend rund. Sie habe „in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres Erträge und Gewinne steigern“ können und Fortschritte mit Blick auf ihre wichtigsten Ziele gemacht, heißt es in dem heute vorlegten Pressebericht zum dritten Geschäftsquartal. Konkret heißt dies:
Die Erträge legten im Jahresvergleich um 7% auf 20,9 Mrd. Euro zu.
Der Vorsteuergewinn stieg um 46% auf 4,8 Mrd. Euro, während der Nachsteuergewinn um 68% auf 3,7 Mrd. Euro zulegte.
Die Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche materielle Eigenkapital (RoTE)1stieg auf 8,1%, nach 4,8% in den ersten neun Monaten 2021.
Die Aufwand-Ertrag-Relation verbesserte sich auf 73%, gegenüber 82% im Vorjahreszeitraum.
Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft entsprach 24 Basispunkten des durchschnittlichen Kreditvolumens.
Wir haben unser höchstes Ergebnis seit mehr als einem Jahrzehnt erzielt – sowohl im dritten Quartal als auch in den ersten neun Monaten des Jahres. Das unterstreicht die erfolgreiche Transformation unserer Bank. Wir haben die Ertragskraft der Deutschen Bank deutlich verbessert und liegen voll auf Kurs, unsere Ziele für das Jahr 2022 zu erreichen. Das verdanken wir dem außerordentlichen Einsatz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Damit hat unsere Bank die nötige Stärke, um unsere Kunden in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld zu unterstützen und die Rendite für unsere Aktionäre zu steigern. Christian Sewing, Vorstandsvorsitzender
Die Deutsche Bank (XETRA: DBGn.DB / NYSE: DB) hat das höchste Vorsteuerergebnis in einem dritten Quartal seit 2006 erzielt. Der Vorsteuergewinn lag bei 1,6 Mrd. Euro und hat sich damit verglichen mit 554 Mio. Euro im dritten Quartal des Vorjahres nahezu verdreifacht. Der Nachsteuergewinn stieg im selben Zeitraum von 329 Mio. Euro auf 1,2 Mrd. Euro – ein Anstieg um mehr als das Dreifache. Der höhere Gewinn basiert auf einem Ertragswachstum von 15% gegenüber dem Vorjahresquartal sowie auf einem Rückgang der zinsunabhängigen Aufwendungen um 8%.
Die Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche materielle Eigenkapital (RoTE)1lag bei 8,2% – nach 1,5% im Vorjahreszeitraum. Die Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche Eigenkapital (RoE) erreichte im dritten Quartal 7,4%, verglichen mit 1,4% im Vorjahresquartal. Die Aufwand-Ertrag-Relation verbesserte sich auf 72%, nachdem sie im dritten Quartal 2021 noch bei 89% gelegen hatte.
In den ersten neun Monaten2022 stieg der Vorsteuergewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 46% auf 4,8 Mrd. Euro. Der Nachsteuergewinn legte um 68% auf 3,7 Mrd. Euro zu. Der den Deutsche-Bank-Aktionären zurechenbare Konzerngewinn erhöhte sich um 80% auf 3,2 Mrd. Euro. Die Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche materielle Eigenkapital (RoTE)1verbesserte sich von 4,8% in den ersten neun Monaten 2021 auf 8,1% und erreichte damit das Ziel für das Gesamtjahr. Die Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche Eigenkapital (RoE) stieg im selben Zeitraum von 4,3% auf 7,2%. Die Aufwand-Ertrag-Relation verbesserte sich von 82% auf 73%. Das Ergebnis der ersten neun Monate 2022 enthielt Bankenabgaben von 747 Mio. Euro. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Anstieg um 36% oder 198 Mio. Euro.
Das Jahr 2022 ist ein Meilenstein für die Deutsche Bank. Wir haben im bisherigen Jahresverlauf unsere Erträge und unseren Gewinn gesteigert und sind in allen vier Kerngeschäftsfeldern stärker aufgestellt. Außerdem profitieren wir von unserer strikten Risikodisziplin, unserer starken Kapitalausstattung und der konservativen Steuerung unserer Bilanz. Damit haben wir die Basis geschaffen für die nächste Phase unserer Strategie bis zum Jahr 2025. James von Moltke, Finanzvorstand
Kernbank: Gewinn im dritten Quartal mehr als verdoppelt
In der Kernbank, die alle vier Geschäftsbereiche ohne die Einheit zur Freisetzung von Kapital (CRU) umfasst, erhöhte sich der Gewinn vor Steuern im dritten Quartal auf 1,8 Mrd. Euro – ein Anstieg um 104% im Vergleich zum Vorjahr. Dabei verzeichnete die Kernbank ein Ertragswachstum von 14% auf 6,9 Mrd. Euro. Gleichzeitig gingen die zinsunabhängigen Aufwendungen um 6% auf 4,7 Mrd. Euro zurück. Die bereinigten Kosten ohne Umbaukosten und Bankenabgaben stiegen um 6% auf 4,7 Mrd. Euro; bereinigt um Wechselkurseffekte stiegen sie um 2%. Die Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche materielle Eigenkapital (RoTE)1erhöhte sich von 3,9% im Vorjahresquartal auf 9,9% und entsprach damit dem Zielwert für die Kernbank von mehr als 9% für das Gesamtjahr 2022. Die Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche Eigenkapital (RoE) stieg von 3,4% auf 8,8%. Die Aufwand-Ertrag-Relation der Kernbank verbesserte sich im Vorjahresvergleich von 83% auf 68%.
Die Kerngeschäftsbereiche trugen wie folgt dazu bei:
Unternehmensbank: Vorsteuergewinn von 498 Mio. Euro, bei einer Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche materielle Eigenkapital (RoTE)1von 11,9% und einer Aufwand-Ertrag-Relation von 63%.
Investmentbank: Vorsteuergewinn von 813 Mio. Euro, bei einer Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche materielle Eigenkapital (RoTE)1von 8,7% und einer Aufwand-Ertrag-Relation von 60%.
Privatkundenbank: Vorsteuergewinn von 447 Mio. Euro, bei einer Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche materielle Eigenkapital (RoTE)1von 9,5% und einer Aufwand-Ertrag-Relation von 73%.
Vermögensverwaltung: Vorsteuergewinn von 141 Mio. Euro, bei einer Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche materielle Eigenkapital (RoTE)1von 16,4% und einer Aufwand-Ertrag-Relation von 72%.
In den ersten neun Monaten2022 legte der Vorsteuergewinn der Kernbank um 29% auf 5,6 Mrd. Euro zu. Die Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche materielle Eigenkapital (RoTE)1stieg von 7,5% in den ersten neun Monaten 2021 auf 10,0%. Dabei erreichten alle Kerngeschäftsbereiche eine starke Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche materielle Eigenkapital (RoTE)1. Die Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche Eigenkapital (RoE) verbesserte sich im selben Zeitraum von 6,6% auf 8,9%. Die Aufwand-Ertrag-Relation betrug 69%, verglichen mit 76% im Vorjahreszeitraum.
Einheit zur Freisetzung von Kapital baut Portfolio weiter ab und verbessert Ergebnis
Die Einheit zur Freisetzung von Kapital (CRU)setzte im Berichtszeitraum ihren Portfolioabbau fort. Im Vergleich zum Vorquartal reduzierte sie ihre Verschuldungsposition von 29 Mrd. Euro auf 25 Mrd. Euro und die risikogewichteten Aktiva (RWA) von 25 Mrd. Euro auf 24 Mrd. Euro – letztere beinhalteten 19 Mrd. Euro an RWA für operationelle Risiken. Die CRU übertrifft weiterhin ihre Abbauziele für Ende 2022 – sowohl bei der Verschuldungsposition als auch bei den RWA. Seit ihrer Gründung Mitte 2019 hat die CRU ihre Verschuldungsposition um 224 Mrd. Euro oder 90% verringert. Die RWA wurden um 40 Mrd. Euro oder 62% verringert, ohne Berücksichtigung der RWA für operationelle Risiken um 83%.
Mit einem um 37% auf 216 Mio. Euro gesunkenen Vorsteuerverlust verbesserte die Einheit zum zehnten Mal in Folge ihr Ergebnis im Vorjahresvergleich. Hauptgrund war ein Rückgang der zinsunabhängigen Aufwendungen um 33%.
Die bereinigten Kosten ohne Umbaukosten sanken um 37% auf 154 Mio. Euro. Gleichzeitig verzeichnete die Einheit negative Erträge von 17 Mio. Euro, verglichen mit negativen Erträgen von 36 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Diese Entwicklung ist auf geringere Belastungen beim Risikoabbau, der Risikosteuerung und der Refinanzierung zurückzuführen.
Ertragswachstum in allen Kerngeschäftsbereichen
Die Erträge des Konzerns stiegen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 15% auf 6,9 Mrd. Euro. Dies ist das höchste Niveau in einem dritten Quartal seit 2016. Die Erträge der Kerngeschäftsbereiche setzten sich wie folgt zusammen:
In der Unternehmensbankstiegen die Erträge gegenüber dem Vorjahresquartal um 25% auf 1,6 Mrd. Euro – das vierte Quartal in Folge mit einer zweistelligen Wachstumsrate, was sowohl einen höheren Zinsüberschuss als auch höhere Provisionserträge widerspiegelte. Der gestiegene Zinsüberschuss basierte auf einem insgesamt höheren Zinsniveau und trug über alle Geschäftsfelder der Unternehmensbank hinweg zu höheren Erträgen bei. Zur starken operativen Entwicklung
trug auch ein höheres Geschäftsvolumen bei Krediten und Einlagen bei.
Im Bereich Corporate Treasury Services stiegen die Erträge um 28%, im Geschäft mit institutionellen Kunden (Institutional Client Services) um 22% und bei den Geschäftskunden (Business Banking) legten sie um 15% zu. Das Bruttokreditvolumen stieg im Vorjahresvergleich um 8% oder um 10 Mrd. Euro, während die Einlagen im selben Zeitraum um 11% oder um 30 Mrd. Euro wuchsen. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres stiegen die Erträge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 20% auf 4,6 Mrd. Euro.
In der Investmentbanklegten die Erträge gegenüber dem Vorjahresquartal um 6% auf 2,4 Mrd. Euro zu. Im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren und Währungen (FIC) stiegen die Erträge um 38% auf 2,2 Mrd. Euro. Im Handel mit Zinsprodukten haben sich die Erträge mehr als verdoppelt, und auch im Geschäft mit Schwellenländern und im Währungshandel wurde ein deutliches Wachstum verzeichnet. Auch das Finanzierungsgeschäft legte zu. Zusammengenommen glich dieses Wachstum die deutlich geringeren Erträge im Kredithandel aus. Im Emissions- und Beratungsgeschäft gingen die Erträge um 85% auf 95 Mio. Euro zurück. Ohne Berücksichtigung von Wertanpassungen im Bereich Leveraged Debt Capital Markets sanken sie im Vergleich zum Vorjahr um 63%. Diese Wertanpassungen waren auch für den deutlichen Rückgang der Erträge im Emissionsgeschäft verantwortlich. Die Erträge im Beratungsgeschäft sanken zwar ebenfalls im Vergleich zum Vorjahr, aber weniger stark als im Branchenschnitt (Quelle: Dealogic). Im Vergleich zu den bereits starken ersten neun Monaten des Jahres 2021 legten die Erträge der Investmentbank um 8% auf 8,3 Mrd. Euro zu.
In der Privatkundenbankstiegen die Erträge im Vorjahresvergleich um 13% auf 2,3 Mrd. Euro. Dabei betrug das Ertragswachstum 5%, wenn man es um folgende Effekte bereinigt: Zum einen entgingen der Bank im Vergleich zum Vorjahresquartal weniger Erträge aufgrund des BGH-Urteils vom April 2021 zur aktiven Zustimmung bei Preisänderungen für Kontogebühren. Zum anderen verzeichnete die Bank höhere Erträge im Zusammenhang mit Abwicklungsaktivitäten bei Sal. Oppenheim. Gründe für das Ertragswachstum waren ein höherer Zinsüberschuss, Wechselkurseffekte und ein weiterhin steigendes Geschäftsvolumen. In der Privatkundenbank Deutschland legten die Erträge um 8% auf 1,3 Mrd. Euro zu – bereinigt um die geringeren Effekte aus dem BGH-Urteil lagen sie in etwa auf Vorjahresniveau. In der Internationalen Privatkundenbank stiegen die Erträge um 22% auf 977 Mio. Euro; bereinigt um die Effekte im Zusammenhang mit Abwicklungsaktivitäten bei Sal. Oppenheim stiegen sie um 14%. Das Nettoneugeschäft in der Privatkundenbank lag im dritten Quartal 2022 bei 12 Mrd. Euro. Dies beinhaltete Nettomittelzuflüsse in verwaltete Vermögen von 8 Mrd. Euro – davon entfielen 6 Mrd. Euro auf Anlageprodukte und 2 Mrd. Euro auf Einlagen; dazu kamen Nettoneukredite im kundenbezogenen Geschäft von 4 Mrd. Euro. In den ersten neun Monaten des Jahres stiegen die Erträge im Jahresvergleich um 7% auf 6,6 Mrd. Euro, während sich das Nettoneugeschäft auf 36 Mrd. Euro belief.
In der Vermögensverwaltunglegten die Erträge im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1% auf 661 Mio. Euro zu. Diese Entwicklung war vor allem auf gestiegene Einnahmen bei den Verwaltungsgebühren zurückzuführen, die um 3% auf 626 Mio. Euro zulegten, sowie auf einen Anstieg bei den erfolgsabhängigen und transaktionsbezogenen Gebühren um 39% auf 38 Mio. Euro. Dies glich einen Rückgang der sonstigen Erträge im Vorjahresvergleich mehr als aus; dieser Rückgang war unter anderem auf geringere Erträge aus Co-Investitionen und negative Entwicklungen beim beizulegenden Zeitwert von Garantien zurückzuführen. Die Nettozuflüsse betrugen 8 Mrd. Euro und wurden hauptsächlich bei alternativen Anlagen und Geldmarktfonds verzeichnet. Das verwaltete Vermögen lag zum Ende des Quartals bei 833 Mrd. Euro. Gegenüber dem Vorjahresquartal mit einem verwalteten Vermögen von 880 Mrd. Euro entspricht dies einem Rückgang von 5%. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2022 war das verwaltete Vermögen nahezu unverändert, da Nettozuflüsse und positive Wechselkurseffekte die niedrigeren Marktbewertungen ausglichen. In den ersten neun Monaten stiegen die Erträge des Geschäftsbereichs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4% auf 2,0 Mrd. Euro.
In den ersten neun Monaten2022 stiegen die Erträge der Kernbank und des Deutsche-Bank-Konzerns jeweils um 7% auf 20,9 Mrd. Euro – die höchsten Erträge in den ersten neun Monaten seit 2016. Die weiterhin gute Geschäftsentwicklung eröffnet nach Einschätzung der Bank die Möglichkeit, die bisherige Prognose für die Konzernerträge von 26 Mrd. Euro bis 27 Mrd. Euro für das Gesamtjahr 2022 zu übertreffen.
Aufwendungen im Quartal und in den ersten neun Monaten gesunken
Diezinsunabhängigen Aufwendungensanken im dritten Quartal im Jahresvergleich um 8% auf 5,0 Mrd. Euro. Dies spiegelt unter anderem einen deutlichen Rückgang der Umbaukosten im Vergleich zum Vorjahresquartal wider. Letzteres enthielt Aufwendungen für Vertragsänderungen und Abschreibungen auf Software, die vor allem mit der Migration von IT-Anwendungen der Deutschen Bank in die Cloud zusammenhingen. Die bereinigten Kosten ohne Umbaukosten und Bankenabgaben1 stiegen um 4% auf 4,8 Mrd. Euro. Bereinigt um Wechselkurseffekte sanken sie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1%.
In den ersten neun Monatensanken die zinsunabhängigen Aufwendungen im Jahresvergleich um 5% auf 15,2 Mrd. Euro. Höhere Bankenabgaben wurden durch geringere Umbaukosten und niedrigere Restrukturierungsaufwendungen und Abfindungen mehr als ausgeglichen, da die Bank dem Abschluss ihres Umbaus näherkommt. Die bereinigten Kosten ohne Umbaukosten und Bankenabgaben1stiegen um 1% auf 14,2 Mrd. Euro; bereinigt um Wechselkurseffekte sind sie um 2% gesunken.
DieZahl der Mitarbeiter*innenlag zum Quartalsende bei 84.556 (in Vollzeitstellen gerechnet), gegenüber 82.915 im Vorquartal – ein Anstieg um 1.641 Vollzeitstellen. Dieser Anstieg ist zu rund 80% auf die Einstellung von 749 Hochschulabsolvent*innen sowie die Eingliederung von weiteren 547 externen Mitarbeiter*innen zurückzuführen.
DieRisikovorsorge im Kreditgeschäftstieg im dritten Quartal auf 350 Mio. Euro, nach 117 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Die Zuführungen bei Krediten, die weiterhin bedient wurden (Stufe 1 und 2), betrugen 13 Mio. Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte die Bank hier Nettoauflösungen von 82 Mio. Euro vorgenommen. Diese Entwicklung spiegelt die herausfordernderen makroökonomischen Aussichten wider, die zum Großteil durch eine Reduzierung von so genannten Overlays der Vorperioden und verbesserter Portfolioparameter ausgeglichen wurden. Die Risikovorsorge für leistungsgestörte Kredite (Stufe 3) stieg im gleichen Zeitraum von 199 Mio. Euro auf 337 Mio. Euro, bedingt durch Wertminderungen.
Damit betrug die Risikovorsorge im dritten Quartal 28 Basispunkte des durchschnittlichen Kreditvolumens und in den ersten neun Monaten des Jahres 24 Basispunkte. Die Bank geht weiterhin davon aus, dass ihre Risikovorsorge im Gesamtjahr 2022 bei rund 25 Basispunkten des durchschnittlichen Kreditvolumens liegen wird.
Risiko gegenüber Russland weiter reduziert
Im Quartalsverlauf hat die Deutsche Bank ihr Risiko gegenüber Russland weiter verringert. Die so genannten weiteren verbleibenden Risiken (Additional Contingent Risk) wurden von 0,6 Mrd. Euro auf 0,2 Mrd. Euro reduziert. Dieser Betrag schließt nicht gezogene Kreditzusagen von 0,2 Mrd. Euro ein, die zum Großteil durch Exportgarantien von Kreditagenturen und vertragliche Regelungen und Garantien von 0,1 Mrd. Euro abgesichert sind. Das Brutto-Kreditengagement sank von 1,3 Mrd. Euro auf 1,0 Mrd. Euro. Das Netto-Kreditengagement betrug 0,5 Mrd. Euro. Seit Jahresbeginn sind die weiteren verbleibenden Risiken um 83% und das Netto-Kreditengagement um 19% gesunken.
Kapital und Liquidität weiterhin im Plan
Dieharte Kernkapitalquote der Bank (CET1)lag zum Quartalsende bei 13,3%, nach 13,0% im Vorquartal. Sie lag damit über dem Ziel der Bank von mindestens 12,5%. Bereinigt um Wechselkurseffekte spiegelt diese Entwicklung hauptsächlich die RWA-Reduzierungen – vor allem für Markt- und Kreditrisiken – sowie das starke Ergebnis im dritten Quartal wider. Dem standen Abzüge für Dividenden und zukünftige Kuponzahlungen für AT1-Anleihen gegenüber.
DieVerschuldungsquoteder Bank lag zum Ende des dritten Quartals bei 4,3% und blieb damit in etwa unverändert gegenüber dem Vorquartal. Das starke Ergebnis des dritten Quartals wirkte sich auch nach Abzug der buchhalterischen Abgrenzungen für Dividenden und zukünftige Kuponzahlungen für AT1-Anleihen positiv auf das Kapital aus und glich negative Währungseffekte aus.
DieLiquiditätsreservenstiegen zum Ende des dritten Quartals auf 262 Mrd. Euro, verglichen mit 244 Mrd. Euro zum Ende des Vorquartals. Diese Reserven beinhalten liquide Vermögenswerte von hoher Qualität von 227 Mrd. Euro – ein Anstieg gegenüber 207 Mrd. Euro im Vorquartal. Die Liquiditätsabdeckungsquote (Liquidity Coverage Ratio) betrug 136% und lag damit um 60 Mrd. Euro über der regulatorischen Anforderung von 100%. Die strukturelle Liquiditätsquote (Net Stable Funding Ratio) lag mit 116% innerhalb der Zielspanne der Bank von 115% bis 120%. Dies entspricht einem Puffer von 85 Mrd. Euro gegenüber den aufsichtsrechtlichen Anforderungen.
Volumina für Nachhaltige Finanzierungen nahe an Zielen für das Gesamtjahr
Nachhaltige Finanzierungen und Anlagen (ESG)2lagen zum Ende des dritten Quartals bei 6 Mrd. Euro (ohne DWS) und erreichten somit ein kumuliertes Volumen von 197 Mrd. Euro seit Anfang Januar 2020. Damit hat die Bank ihr Ziel eines kumulierten Volumens von 200 Mrd. Euro bis Ende 2022 nahezu erreicht.
In den Geschäftsbereichen entwickelten sich die Volumina im dritten Quartal und kumuliert seit dem 1. Januar 2020 wie folgt:
Die Unternehmensbankkam zum Ende des dritten Quartals auf 3 Mrd. Euro an nachhaltigen Finanzierungen; damit erhöhte sich das kumulierte Volumen seit Anfang 2020 auf 35 Mrd. Euro.
In der Investmentbankbetrug das Volumen an nachhaltigen Finanzierungen und Kapitalmarkt-Emissionen 9 Mrd. Euro, was zu einem kumulierten Volumen von 115 Mrd. Euro führte.
In der Privatkundenbanksank das ESG-Volumen im Vergleich zum Vorquartal um 5 Mrd. Euro. Das Volumenwachstum im Quartal wurde durch die Umsetzung der neuen Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (MiFID II) im August 2022 mehr als ausgeglichen. Die neue Richtlinie führte zu einem negativen Nettoeffekt, da bestimmte Vermögenswerte aus der bisherigen Methodik für die Offenlegung von Informationen über nachhaltige Finanzprodukte (Sustainable Finance Disclosure Reporting, SFDR) reklassifiziert wurden. Die Bank erwartet, dass sich ein Teil dieses Effekts im vierten Quartal umkehren wird, wenn die Reklassifizierung nach den neuen MiFID-Standards abgeschlossen wird. Das ESG-Kreditvolumen blieb im Quartal in etwa unverändert. Das ESG-Geschäftsvolumen der Privatkundenbank betrug zum Ende des dritten Quartals 2022 kumuliert 47 Mrd. Euro. Dies beinhaltete ein Kreditvolumen von 10 Mrd. Euro und 37 Mrd. Euro an ESG-Anlagen.
Engagement der Bank hinsichtlich ihrer Netto-Null-Ziele
Am 21. Oktober hat die Deutsche Bank ihre Netto-Null-Ziele für finanzierte Emissionen in wichtigen Industriesektoren ihres Unternehmenskreditbuchs veröffentlicht. Diese Ziele sehen prozentuale Reduktionen bis 2030 und 2050 in vier kohlenstoffintensiven Branchen vor: Öl und Gas (Upstream), Energieversorger, Automobil und Stahl. Die Ziele beziehen sich auf Branchen, die einen erheblichen Anteil an den finanzierten Emissionen des 250 Mrd. Euro umfassenden Unternehmenskreditbuchs der Bank³ haben und maßgeblich zu den weltweiten Scope-3-Emissionen von Kunden beitragen.
Die Bank will diese Ziele erreichen, indem sie Kunden in kohlenstoffintensiven Branchen unterstützt und deren Transformationsstrategien finanziert, um bis 2050 im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Der Ansatz der Deutschen Bank zielt darauf ab, einen schrittweisen und geordneten Ausstieg aus der Nutzung fossiler Brennstoffe zu unterstützen. Gleichzeitig sollen Anreize für die Finanzierung von Technologien mit geringerer Kohlenstoffintensität und für Kunden mit glaubwürdigen Transformationsplänen geschaffen werden.
Weitere Einzelheiten zu den Netto-Null-Zielen, Methoden und für 2023 geplanten Aktivitäten der Bank finden Siehier.
Konzernergebnisse im Überblick
Die Segmentberichterstattung des Vorjahres wurde entsprechend der aktuellen Unternehmensstruktur dargestellt.
Ab dem ersten Quartal 2022 werden die Informationen für die Verschuldungsquote wie angegeben dargestellt; die Definition für die Vollumsetzung wird nicht mehr angewandt, da sie nur zu einem immateriellen Unterschied führt; Vergleichswerte für frühere Perioden basieren weiterhin auf der früheren Deutsche Bank-Definition der Vollumsetzung
1Für die Beschreibung dieser und anderer nicht nach IFRS ermittelter Messgrößen siehe ‘Use of non-GAAP financial measures‘ auf den Seiten 17 bis 25 des Financial Data Supplements (FDS) zum dritten Quartal 2022 und auf den Seiten 60 bis 69 der Ergebnisübersicht zum dritten Quartal 2022.
2Die kumulierten ESG-Volumina umfassen nachhaltige Finanzierungen (Flow) und Investitionen (Stock) in der Unternehmensbank, Investmentbank und Privatkundenbank vom 1. Januar 2020 bis heute, wie auf dem Nachhaltigkeitstag (Sustainability Deep Dive) der Deutschen Bank vom 20. Mai 2021 dargelegt. Zu den einbezogenen Produkten gehören Kapitalmarktemissionen (nur unter Konsortialführung), nachhaltige Finanzierungen und verwaltetes Vermögen zum Periodenende. Die kumulierten Volumina und Ziele beinhalten nicht die verwalteten ESG-Vermögen innerhalb der DWS, die diese separat berichtet.
Frankfurt/Main (26.10.22) – Ringsum Chaos, Krieg, Klimawandel, Noch-Pandemie. Aber bei der deutschen Bank läuft es anscheinend rund. Sie habe „in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres Erträge und Gewinne steigern“ können und Fortschritte mit Blick auf ihre wichtigsten Ziele gemacht, heißt es in dem heute vorlegten Pressebericht zum dritten Geschäftsquartal. Konkret heißt dies:
Die Deutsche Bank (XETRA: DBGn.DB / NYSE: DB) hat das höchste Vorsteuerergebnis in einem dritten Quartal seit 2006 erzielt. Der Vorsteuergewinn lag bei 1,6 Mrd. Euro und hat sich damit verglichen mit 554 Mio. Euro im dritten Quartal des Vorjahres nahezu verdreifacht. Der Nachsteuergewinn stieg im selben Zeitraum von 329 Mio. Euro auf 1,2 Mrd. Euro – ein Anstieg um mehr als das Dreifache. Der höhere Gewinn basiert auf einem Ertragswachstum von 15% gegenüber dem Vorjahresquartal sowie auf einem Rückgang der zinsunabhängigen Aufwendungen um 8%.
Die Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche materielle Eigenkapital (RoTE)1 lag bei 8,2% – nach 1,5% im Vorjahreszeitraum. Die Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche Eigenkapital (RoE) erreichte im dritten Quartal 7,4%, verglichen mit 1,4% im Vorjahresquartal. Die Aufwand-Ertrag-Relation verbesserte sich auf 72%, nachdem sie im dritten Quartal 2021 noch bei 89% gelegen hatte.
In den ersten neun Monaten 2022 stieg der Vorsteuergewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 46% auf 4,8 Mrd. Euro. Der Nachsteuergewinn legte um 68% auf 3,7 Mrd. Euro zu. Der den Deutsche-Bank-Aktionären zurechenbare Konzerngewinn erhöhte sich um 80% auf 3,2 Mrd. Euro. Die Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche materielle Eigenkapital (RoTE)1 verbesserte sich von 4,8% in den ersten neun Monaten 2021 auf 8,1% und erreichte damit das Ziel für das Gesamtjahr. Die Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche Eigenkapital (RoE) stieg im selben Zeitraum von 4,3% auf 7,2%. Die Aufwand-Ertrag-Relation verbesserte sich von 82% auf 73%. Das Ergebnis der ersten neun Monate 2022 enthielt Bankenabgaben von 747 Mio. Euro. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Anstieg um 36% oder 198 Mio. Euro.
Kernbank: Gewinn im dritten Quartal mehr als verdoppelt
In der Kernbank, die alle vier Geschäftsbereiche ohne die Einheit zur Freisetzung von Kapital (CRU) umfasst, erhöhte sich der Gewinn vor Steuern im dritten Quartal auf 1,8 Mrd. Euro – ein Anstieg um 104% im Vergleich zum Vorjahr. Dabei verzeichnete die Kernbank ein Ertragswachstum von 14% auf 6,9 Mrd. Euro. Gleichzeitig gingen die zinsunabhängigen Aufwendungen um 6% auf 4,7 Mrd. Euro zurück. Die bereinigten Kosten ohne Umbaukosten und Bankenabgaben stiegen um 6% auf 4,7 Mrd. Euro; bereinigt um Wechselkurseffekte stiegen sie um 2%. Die Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche materielle Eigenkapital (RoTE)1 erhöhte sich von 3,9% im Vorjahresquartal auf 9,9% und entsprach damit dem Zielwert für die Kernbank von mehr als 9% für das Gesamtjahr 2022. Die Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche Eigenkapital (RoE) stieg von 3,4% auf 8,8%. Die Aufwand-Ertrag-Relation der Kernbank verbesserte sich im Vorjahresvergleich von 83% auf 68%.
Die Kerngeschäftsbereiche trugen wie folgt dazu bei:
In den ersten neun Monaten 2022 legte der Vorsteuergewinn der Kernbank um 29% auf 5,6 Mrd. Euro zu. Die Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche materielle Eigenkapital (RoTE)1 stieg von 7,5% in den ersten neun Monaten 2021 auf 10,0%. Dabei erreichten alle Kerngeschäftsbereiche eine starke Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche materielle Eigenkapital (RoTE)1. Die Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche Eigenkapital (RoE) verbesserte sich im selben Zeitraum von 6,6% auf 8,9%. Die Aufwand-Ertrag-Relation betrug 69%, verglichen mit 76% im Vorjahreszeitraum.
Einheit zur Freisetzung von Kapital baut Portfolio weiter ab und verbessert Ergebnis
Die Einheit zur Freisetzung von Kapital (CRU) setzte im Berichtszeitraum ihren Portfolioabbau fort. Im Vergleich zum Vorquartal reduzierte sie ihre Verschuldungsposition von 29 Mrd. Euro auf 25 Mrd. Euro und die risikogewichteten Aktiva (RWA) von 25 Mrd. Euro auf 24 Mrd. Euro – letztere beinhalteten 19 Mrd. Euro an RWA für operationelle Risiken. Die CRU übertrifft weiterhin ihre Abbauziele für Ende 2022 – sowohl bei der Verschuldungsposition als auch bei den RWA. Seit ihrer Gründung Mitte 2019 hat die CRU ihre Verschuldungsposition um 224 Mrd. Euro oder 90% verringert. Die RWA wurden um 40 Mrd. Euro oder 62% verringert, ohne Berücksichtigung der RWA für operationelle Risiken um 83%.
Mit einem um 37% auf 216 Mio. Euro gesunkenen Vorsteuerverlust verbesserte die Einheit zum zehnten Mal in Folge ihr Ergebnis im Vorjahresvergleich. Hauptgrund war ein Rückgang der zinsunabhängigen Aufwendungen um 33%.
Die bereinigten Kosten ohne Umbaukosten sanken um 37% auf 154 Mio. Euro. Gleichzeitig verzeichnete die Einheit negative Erträge von 17 Mio. Euro, verglichen mit negativen Erträgen von 36 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Diese Entwicklung ist auf geringere Belastungen beim Risikoabbau, der Risikosteuerung und der Refinanzierung zurückzuführen.
Ertragswachstum in allen Kerngeschäftsbereichen
Die Erträge des Konzerns stiegen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 15% auf 6,9 Mrd. Euro. Dies ist das höchste Niveau in einem dritten Quartal seit 2016. Die Erträge der Kerngeschäftsbereiche setzten sich wie folgt zusammen:
trug auch ein höheres Geschäftsvolumen bei Krediten und Einlagen bei.
Im Bereich Corporate Treasury Services stiegen die Erträge um 28%, im Geschäft mit institutionellen Kunden (Institutional Client Services) um 22% und bei den Geschäftskunden (Business Banking) legten sie um 15% zu. Das Bruttokreditvolumen stieg im Vorjahresvergleich um 8% oder um 10 Mrd. Euro, während die Einlagen im selben Zeitraum um 11% oder um 30 Mrd. Euro wuchsen. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres stiegen die Erträge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 20% auf 4,6 Mrd. Euro.
In den ersten neun Monaten 2022 stiegen die Erträge der Kernbank und des Deutsche-Bank-Konzerns jeweils um 7% auf 20,9 Mrd. Euro – die höchsten Erträge in den ersten neun Monaten seit 2016. Die weiterhin gute Geschäftsentwicklung eröffnet nach Einschätzung der Bank die Möglichkeit, die bisherige Prognose für die Konzernerträge von 26 Mrd. Euro bis 27 Mrd. Euro für das Gesamtjahr 2022 zu übertreffen.
Aufwendungen im Quartal und in den ersten neun Monaten gesunken
Die zinsunabhängigen Aufwendungen sanken im dritten Quartal im Jahresvergleich um 8% auf 5,0 Mrd. Euro. Dies spiegelt unter anderem einen deutlichen Rückgang der Umbaukosten im Vergleich zum Vorjahresquartal wider. Letzteres enthielt Aufwendungen für Vertragsänderungen und Abschreibungen auf Software, die vor allem mit der Migration von IT-Anwendungen der Deutschen Bank in die Cloud zusammenhingen. Die bereinigten Kosten ohne Umbaukosten und Bankenabgaben1 stiegen um 4% auf 4,8 Mrd. Euro. Bereinigt um Wechselkurseffekte sanken sie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1%.
In den ersten neun Monaten sanken die zinsunabhängigen Aufwendungen im Jahresvergleich um 5% auf 15,2 Mrd. Euro. Höhere Bankenabgaben wurden durch geringere Umbaukosten und niedrigere Restrukturierungsaufwendungen und Abfindungen mehr als ausgeglichen, da die Bank dem Abschluss ihres Umbaus näherkommt. Die bereinigten Kosten ohne Umbaukosten und Bankenabgaben1 stiegen um 1% auf 14,2 Mrd. Euro; bereinigt um Wechselkurseffekte sind sie um 2% gesunken.
Die Zahl der Mitarbeiter*innen lag zum Quartalsende bei 84.556 (in Vollzeitstellen gerechnet), gegenüber 82.915 im Vorquartal – ein Anstieg um 1.641 Vollzeitstellen. Dieser Anstieg ist zu rund 80% auf die Einstellung von 749 Hochschulabsolvent*innen sowie die Eingliederung von weiteren 547 externen Mitarbeiter*innen zurückzuführen.
Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft stieg im dritten Quartal auf 350 Mio. Euro, nach 117 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Die Zuführungen bei Krediten, die weiterhin bedient wurden (Stufe 1 und 2), betrugen 13 Mio. Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte die Bank hier Nettoauflösungen von 82 Mio. Euro vorgenommen. Diese Entwicklung spiegelt die herausfordernderen makroökonomischen Aussichten wider, die zum Großteil durch eine Reduzierung von so genannten Overlays der Vorperioden und verbesserter Portfolioparameter ausgeglichen wurden. Die Risikovorsorge für leistungsgestörte Kredite (Stufe 3) stieg im gleichen Zeitraum von 199 Mio. Euro auf 337 Mio. Euro, bedingt durch Wertminderungen.
Damit betrug die Risikovorsorge im dritten Quartal 28 Basispunkte des durchschnittlichen Kreditvolumens und in den ersten neun Monaten des Jahres 24 Basispunkte. Die Bank geht weiterhin davon aus, dass ihre Risikovorsorge im Gesamtjahr 2022 bei rund 25 Basispunkten des durchschnittlichen Kreditvolumens liegen wird.
Risiko gegenüber Russland weiter reduziert
Im Quartalsverlauf hat die Deutsche Bank ihr Risiko gegenüber Russland weiter verringert. Die so genannten weiteren verbleibenden Risiken (Additional Contingent Risk) wurden von 0,6 Mrd. Euro auf 0,2 Mrd. Euro reduziert. Dieser Betrag schließt nicht gezogene Kreditzusagen von 0,2 Mrd. Euro ein, die zum Großteil durch Exportgarantien von Kreditagenturen und vertragliche Regelungen und Garantien von 0,1 Mrd. Euro abgesichert sind. Das Brutto-Kreditengagement sank von 1,3 Mrd. Euro auf 1,0 Mrd. Euro. Das Netto-Kreditengagement betrug 0,5 Mrd. Euro. Seit Jahresbeginn sind die weiteren verbleibenden Risiken um 83% und das Netto-Kreditengagement um 19% gesunken.
Kapital und Liquidität weiterhin im Plan
Die harte Kernkapitalquote der Bank (CET1) lag zum Quartalsende bei 13,3%, nach 13,0% im Vorquartal. Sie lag damit über dem Ziel der Bank von mindestens 12,5%. Bereinigt um Wechselkurseffekte spiegelt diese Entwicklung hauptsächlich die RWA-Reduzierungen – vor allem für Markt- und Kreditrisiken – sowie das starke Ergebnis im dritten Quartal wider. Dem standen Abzüge für Dividenden und zukünftige Kuponzahlungen für AT1-Anleihen gegenüber.
Die Verschuldungsquote der Bank lag zum Ende des dritten Quartals bei 4,3% und blieb damit in etwa unverändert gegenüber dem Vorquartal. Das starke Ergebnis des dritten Quartals wirkte sich auch nach Abzug der buchhalterischen Abgrenzungen für Dividenden und zukünftige Kuponzahlungen für AT1-Anleihen positiv auf das Kapital aus und glich negative Währungseffekte aus.
Die Liquiditätsreserven stiegen zum Ende des dritten Quartals auf 262 Mrd. Euro, verglichen mit 244 Mrd. Euro zum Ende des Vorquartals. Diese Reserven beinhalten liquide Vermögenswerte von hoher Qualität von 227 Mrd. Euro – ein Anstieg gegenüber 207 Mrd. Euro im Vorquartal. Die Liquiditätsabdeckungsquote (Liquidity Coverage Ratio) betrug 136% und lag damit um 60 Mrd. Euro über der regulatorischen Anforderung von 100%. Die strukturelle Liquiditätsquote (Net Stable Funding Ratio) lag mit 116% innerhalb der Zielspanne der Bank von 115% bis 120%. Dies entspricht einem Puffer von 85 Mrd. Euro gegenüber den aufsichtsrechtlichen Anforderungen.
Volumina für Nachhaltige Finanzierungen nahe an Zielen für das Gesamtjahr
Nachhaltige Finanzierungen und Anlagen (ESG)2 lagen zum Ende des dritten Quartals bei 6 Mrd. Euro (ohne DWS) und erreichten somit ein kumuliertes Volumen von 197 Mrd. Euro seit Anfang Januar 2020. Damit hat die Bank ihr Ziel eines kumulierten Volumens von 200 Mrd. Euro bis Ende 2022 nahezu erreicht.
In den Geschäftsbereichen entwickelten sich die Volumina im dritten Quartal und kumuliert seit dem 1. Januar 2020 wie folgt:
Engagement der Bank hinsichtlich ihrer Netto-Null-Ziele
Am 21. Oktober hat die Deutsche Bank ihre Netto-Null-Ziele für finanzierte Emissionen in wichtigen Industriesektoren ihres Unternehmenskreditbuchs veröffentlicht. Diese Ziele sehen prozentuale Reduktionen bis 2030 und 2050 in vier kohlenstoffintensiven Branchen vor: Öl und Gas (Upstream), Energieversorger, Automobil und Stahl. Die Ziele beziehen sich auf Branchen, die einen erheblichen Anteil an den finanzierten Emissionen des 250 Mrd. Euro umfassenden Unternehmenskreditbuchs der Bank³ haben und maßgeblich zu den weltweiten Scope-3-Emissionen von Kunden beitragen.
Die Bank will diese Ziele erreichen, indem sie Kunden in kohlenstoffintensiven Branchen unterstützt und deren Transformationsstrategien finanziert, um bis 2050 im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Der Ansatz der Deutschen Bank zielt darauf ab, einen schrittweisen und geordneten Ausstieg aus der Nutzung fossiler Brennstoffe zu unterstützen. Gleichzeitig sollen Anreize für die Finanzierung von Technologien mit geringerer Kohlenstoffintensität und für Kunden mit glaubwürdigen Transformationsplänen geschaffen werden.
Weitere Einzelheiten zu den Netto-Null-Zielen, Methoden und für 2023 geplanten Aktivitäten der Bank finden Sie hier.
Konzernergebnisse im Überblick
Die Segmentberichterstattung des Vorjahres wurde entsprechend der aktuellen Unternehmensstruktur dargestellt.
Ab dem ersten Quartal 2022 werden die Informationen für die Verschuldungsquote wie angegeben dargestellt; die Definition für die Vollumsetzung wird nicht mehr angewandt, da sie nur zu einem immateriellen Unterschied führt; Vergleichswerte für frühere Perioden basieren weiterhin auf der früheren Deutsche Bank-Definition der Vollumsetzung
1 Für die Beschreibung dieser und anderer nicht nach IFRS ermittelter Messgrößen siehe ‘Use of non-GAAP financial measures‘ auf den Seiten 17 bis 25 des Financial Data Supplements (FDS) zum dritten Quartal 2022 und auf den Seiten 60 bis 69 der Ergebnisübersicht zum dritten Quartal 2022.
2 Die kumulierten ESG-Volumina umfassen nachhaltige Finanzierungen (Flow) und Investitionen (Stock) in der Unternehmensbank, Investmentbank und Privatkundenbank vom 1. Januar 2020 bis heute, wie auf dem Nachhaltigkeitstag (Sustainability Deep Dive) der Deutschen Bank vom 20. Mai 2021 dargelegt. Zu den einbezogenen Produkten gehören Kapitalmarktemissionen (nur unter Konsortialführung), nachhaltige Finanzierungen und verwaltetes Vermögen zum Periodenende. Die kumulierten Volumina und Ziele beinhalten nicht die verwalteten ESG-Vermögen innerhalb der DWS, die diese separat berichtet.
3 Bruttokredite und Zusagen per 31 Dezember 2021