| ZEW-Konjunkturerwartungen trüben sich deutlich ein
Berlin (12.8.25) – Die Konjunkturerwartungen von Finanzexperten in Deutschland haben sich nach dem Zoll-Deal zwischen der Europäischen Union (EU) und den USA deutlich eingetrübt. Das Stimmungsbarometer des Forschungsinstituts ZEW fiel im August im Vergleich zum Vormonat um 18 Punkte auf 34,7 Zähler, wie das ZEW-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung heute in Mannheim mitteilte. Zuvor war der Indikator drei Monate in Folge gestiegen. „Die Finanzmarktexpertinnen und -experten sind vom angekündigten EU-US-Handelsabkommen enttäuscht“, erläuterte ZEW-Präsident Achim Wambach. Dazu beigetragen hätten auch schwächere Unternehmensbilanzen für das zweite Quartal 2025. Insbesondere der Ausblick für die Chemie- und Pharmaindustrie habe sich verschlechtert, sagte Wambach. Für den Stimmungsindikator wurden 182 Investoren und Analysten befragt.
Börsianer blicken auch pessimistischer auf Konjunkturlage Wie das ZEW weiter mitteilte, verschlechterte sich auch die Bewertung der Konjunkturlage in Deutschland. Dieser Wert fiel um 9,1 Punkte auf minus 68,6 Zähler. Auch in der Eurozone trübten sich die Erwartungen und die Lagebeurteilung ein. Die Konjunkturerwartungen fielen um 11 Punkte auf 25,1 Punkte. Die Lage verschlechterte sich um 7 Punkte auf 31,2 Zähler. Der Eurokurs gab nach den Daten etwas nach und fiel zeitweise auf ein Tagestief von 1,1601 US-Dollar. Die Anleihekurse bewegten sich kaum. Auch der deutsche Leitindex Dax gab nach den Daten zeitweise etwas nach. Seit vergangenem Donnerstag gilt ein Zollsatz von 15 Prozent für die meisten Warenexporte aus der EU in die USA. Diesen Deal hatte US-Präsident Donald Trump mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ausgehandelt. Die Vereinigten Staaten waren auch im ersten Halbjahr der größte Abnehmer von Waren „Made in Germany“. Die Exporte dorthin sanken allerdings um 3,9 Prozent auf 77,6 Milliarden Euro. |

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