Frankfurt/Main (16.7.15) – Fehlende lukrative Geldanlagen und eine Vertriebsoffensive der Sparkassen: sie haben die  Dekabank, das Wertpapierhaus der Sparkassen, in den ersten fünf Monaten dieses Jahres auf Trab gebracht. Dekabank-Chef Michael Rüdiger ist daher am Dienstagabend ziemlich zuversichtlich gewesen: „Für die ersten sechs Monate rechnen wir daher mit einer erfreulichen Steigerung des Wirtschaftlichen Ergebnisses von rund 10 Prozent im Vergleich zum auch im letzten Jahr starken ersten Halbjahr (das Wirtschaftliche Ergebnis im 1. Halbjahr 2014 betrug 322 Mio. Euro).“ Weiter skizzierte Michael Rüdiger die Lage so: „Sowohl unser Aufwands-Ertrags-Verhältnis als auch unsere Eigenkapitalrentabilität lagen damit deutlich besser als unsere Planwerte.
Besonders stark war dabei die Entwicklung in den beiden großen – Wertpapierhaus prägenden – Geschäftsfeldern Wertpapiere und Kapitalmarkt.
Auch die Kapitalbasis unserer Gruppe hat sich erfreulich entwickelt. Trotz der Erhöhung unserer Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2014 auf 155 Mio. Euro konnten wir unsere harte Kernkapitalquote (fully loaded) per Ende März auf 12,9 Prozent steigern (Ende 2014: 11,8 Prozent). Sie wissen, fully loaded bedeutet nach allen Basel III-Kapitalabzügen, die bis 2018 erfolgen müssen. Das ist wichtig, wenn Sie unsere Kapitalquoten mit anderen Häusern vergleichen.
Gemäß unseres Geschäftsmodells mit je zwei Geschäftsfeldern im Asset Management (Wertpapiere und Immobilien) und zwei Geschäftsfeldern in der Bank (Kapitalmarkt und Finanzierungen) ist die Entwicklung der so genannten „Total Assets“ ein wichtiger Steuerungsindikator unserer Geschäftsaktivitäten.

Betrugen die Total Assets per Ende 2013 noch rund 189 Mrd. Euro, so konnten wir diese bis Ende Mai 2015 bis auf 237 Mrd. Euro steigern. Aus Kundensegmentsicht verteilen sich die Total Assets dabei nahezu hälftig auf Retail- und institutionelle Kunden.
Neben Markt- resp. Produktperformance-Effekten war die anhaltende Wachstumsdynamik im Absatz ein wesentlicher Treiber. In den ersten fünf Monaten konnten wir über alle Anlagekategorien hinweg eine starke Nettovertriebsleistung von insgesamt 8,7 Mrd. Euro erreichen.

In den ersten fünf Monaten des vergangenen Jahres war diese Zahl noch 5 Mrd. Euro geringer. Insbesondere im Retailvertrieb konnten wir gute Steigerungen erreichen. Während wir vor Jahresfrist in den ersten fünf Monaten nur knapp im Plus lagen, haben wir von Januar bis Mai dieses Jahres mit Fonds und Zertifikaten rund 5,1 Mrd. Euro abgesetzt. Damit haben wir 2015 im Retailgeschäft bereits nach fünf Monaten netto so viel abgesetzt wie im gesamten Jahr 2014.
Im institutionellen Geschäft verzeichneten wir in den ersten fünf Monaten dieses Jahres eine Nettovertriebsleistung in Höhe von rund 3,6 Mrd. Euro. Das ist jetzt schon mehr als im gesamten ersten Halbjahr 2014, da waren es knapp 3 Mrd. Euro.

Ein Blick auf das zweite Halbjahr ist unweigerlich mit einem Blick auf das Marktumfeld verbunden. Die Kapitalmärkte zeigen ein herausforderndes Umfeld. Das anfängliche Kursfeuerwerk an den europäischen Börsen zum Start der EZB-Anleihekäufe wurde bereits deutlich korrigiert. So liegen die aktuellen Aktienkurse knapp 8 Prozent von ihren Höchstständen entfernt, und Staatsanleihen haben ihre Renditetiefs nachhaltig durchschritten. Dennoch: Wertpapiersparen zahlte sich aus. Unsere Aktienfonds können zur diesjährigen Halbzeit bereits gute zweistellige Renditen vorweisen.
Innerhalb der Eurozone wird das Kapitalmarktbild neben der EZB von politischen Risiken geprägt. Mit hoher Aufmerksamkeit verfolgen wir die Lage in Griechenland. Eine Lösung der Schuldenkrise scheint näher zu rücken, allerdings sind noch schwierige Meilensteine von griechischer Seite zu bewältigen. Das Risiko eines „Grexit“ ist noch nicht gebannt. Zusammen mit den noch kommenden spanischen Wahlen bleiben damit die politischen Entwicklungen ein maßgeblicher Treiber für das Sentiment. Auch die globale Sicht ist durch den Kursrutsch der chinesischen Aktienmärkte eingetrübt. Die Unterstützung der Zentralbank sowie fiskalpolitische Maßnahmen genügen noch nicht, um die Wachstumsrate des Landes auf dem angestrebten Niveau zu halten.
Daher gilt nach vorne blickend: Auf Sicht fahren und Wert auf ein adäquates Verhältnis von Rendite und Risiko legen. Zwischenzeitlich stärkere, insbesondere politisch induzierte Marktschwankungen stellen aus unserer Sicht eine gute Einstiegsgelegenheit für den mittel- bis langfristig orientierten Anleger dar.“