Frankfurt/Main (30.7.15) – Für den neuen Co-Chef der Deutschen Bank, John Cryan,  ist die heute vorgelegte Bilanz fürs zweite Quartal offenbar kein Grund, sich zufrieden zurückzulehnen. Kaum hatte Deutschlands größte Geschäftsbank, die im internationalen Vergleich aber nur in der zweiten Liga spielt, kaum hatte die Deutsche Bank heute ihr überraschend gutes Quartalsergebnis vorgelegt, kündigte John Cryan einen harten Sparkurs an. Die Bank zitiert ihren künftigen Allein-Chef mit den Worten: „Das zweite Quartal verdeutlicht die Stärken der Deutschen Bank, aber auch die Herausforderungen, denen wir gegenüberstehen“. Und weiter: „Das solide Ertragswachstum unterstreicht die grundlegende Stärke unseres Geschäfts und das Engagement unserer Mitarbeiter. Allerdings werden auch unsere Herausforderungen deutlich: Inakzeptabel hohe Kosten, anhaltend hohe Belastungen aus Rechtsstreitigkeiten, zu bilanzintensive Geschäfte und insgesamt eine Rendite für unsere Aktionäre, die zu niedrig ist.“  Woher John Cryan genau  weiß, dass die Rendite der Bank „für unsere Aktionäre zu niedrig ist“,  verriet er freilich nicht, sondern beließ es – übrigens wie seine Vorgänger – bei der bloßen Behauptung. Dabei war das Konzernergebnis nach Angaben der Deutschen Bank im zweiten Quartal um 17 Prozent gestiegen.

Weiter heißt es in der am Morgen veröffentlichten Pressemitteilung: Während sich die Zinsunabhängigen Aufwendungen ebenfalls um 17% auf 7,8 Mrd € erhöhten. Der Gewinn vor Steuern belief sich im zweiten Quartal 2015 auf 1,2 Mrd €, nach 917 Mio € im Vorjahresquartal.

Co-Chef Cryan sagte : „Diese Themen müssen wir angehen – das ist keine Frage der Strategie. Die Strategie 2020 baut auf den Stärken der Deutschen Bank auf und daran halten wir fest. Damit unsere Strategie Erfolg hat, müssen wir effizienter werden. Wir müssen diszipliniert sein bei der Frage, wie, wo und mit wem wir Geschäfte tätigen. Wir müssen alle Länder, Geschäftsfelder, Produkte und Geschäftsbeziehungen, die ökonomisch nicht vertretbar sind, kritisch betrachten. Unsere Bilanzsumme müssen wir reduzieren, indem wir die vielen Aktiva mit geringen Erträgen abbauen. Die Komplexität unserer Organisation müssen wir reduzieren, denn diese verhindert effektive Entscheidungen, klare Verantwortlich-keiten und führt zu verschwenderisch hohen Kosten. Nur so können wir attraktive Erträge für unsere Aktionäre verdienen.“

Schließlich sagte er: „Unser finanzielles Ergebnis spiegelt nicht unser enormes Potenzial wider. Die Deutsche Bank ist ein Institut ersten Ranges, mit langjährigen und nachhaltigen Kundenbeziehungen, starken Produkten, erfahrenen und engagierten Mitarbeitern, einer wertvollen Marke und einer außergewöhnlichen Position in unserem Heimatmarkt. Wir fühlen uns verpflichtet sicherzustellen, dass unser Finanzergebnis diese grundlegenden Stärken widerspiegelt.“

Um 15.00 Uhr (MEZ) präsentieren John Cryan, Co-Vorsitzender des Vorstands, und Marcus Schenck, Chief Financial Officer, das Geschäftsergebnis in einer Analysten-Telefonkonferenz (in englischer Sprache). https://www.deutsche-bank.de/ir/events