Frankfurt/Main (31.7.15) – Die Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen hat 2014 wieder ein beachtliches Ergebnis erzielt. Laut Verbundabschluss stieg das Ergebnis der Gruppe vor Steuern um über 23% auf 1,6 Mrd. €. „Bei diesem sehr guten Resultat haben wir von niedrigeren Bewertungsergebnissen profitiert. Aber auch unser operatives Geschäft hat Ertragsimpulse gesetzt. Sowohl das Zinsergebnis als auch der Provisionsüberschuss haben zugelegt. Das unterstreicht, dass unser Verbund in einem von Dauerniedrigzinsen und hoher Wettbewerbsintensität geprägten Umfeld robust aufgestellt ist“, zog Gerhard Grandke, Geschäftsführender Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes Hessen-Thüringen (SGVHT), eine positive Bilanz für das vergangene Geschäftsjahr.
Die Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen veröffentlicht jedes Jahr auf freiwilliger Basis einen an die IFRS-Rechnungslegungsvorschriften angelehnten Verbundabschluss. Diese konsolidierte Verbundrechenschaftslegung ist ein wesentlicher Bestandteil des sog. Verbundkonzepts. Danach präsentiert sich die Gruppe als wirtschaftliche Einheit von rechtlich und wirtschaftlich selbständigen Unternehmen mit einer gemeinsamen Markt-, Geschäfts- und Risikostrategie sowie einem gemeinsamen Risikomanagementsystem und einem zusätzlichen Reservefonds. Die Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen kann auf ein Verbundrating von ‚A+‘ (Fitch) und ‚A‘ (Standard & Poor’s) zurückgreifen, das von jedem Institut des Verbundes im Rahmen der Kapitalmarktaktivitäten genutzt werden kann. Das Verbundrating der Gruppe ist seit Jahren stabil. Darin kommt auch das Vertrauen der Ratingagenturen in die Trag- und Funktionsfähigkeit des Verbundkonzepts zum Ausdruck.
Sparkassenverbund in Hessen-Thüringen ist Marktführer in vielen Geschäftsfeldern
In den regionalen Verbund sind im Wesentlichen die 50 Sparkassen in den beiden Bundesländern sowie der Konzern der Landesbank Hessen-Thüringen einbezogen, der unter anderem die LBS Hessen-Thüringen umfasst. Der Konzern der SV SparkassenVersicherung Holding AG wird at Equity in der Verbundrechenschaftslegung berücksichtigt. Mit einer Bilanzsumme von 264,7 Mrd. € und 27.000 Mitarbeitern (ohne SV SparkassenVersicherung) sind die Unternehmen der Sparkassen-Finanzgruppe in einer Reihe von Geschäftsfeldern Marktführer in Hessen und Thüringen.
Kundengeschäft treibt Bilanzsumme
Die Bilanzsumme des regionalen Sparkassenverbundes hat sich im Geschäftsjahr 2014 um 3,2 Mrd. € bzw. 1,2 % auf 264,7 Mrd. € erhöht. Das lag nicht zuletzt am Kundengeschäft, das Zuwächse verbuchen konnte. Auf der Aktivseite profitierten die Forderungen an Kunden von den niedrigen Zinsen und dem fortgesetzten Wirtschaftsaufschwung. Sie legten um 1,0 Mrd. € bzw. 0,7 % auf 150,0 Mrd. € zu. Auf der Passivseite trotzten die Kundenverbindlichkeiten dem Niedrigzinsumfeld und erhöhten sich inklusive der Kundeneinlagen der 1822direkt um 2,7 Mrd. € bzw. 2,3 % auf 117,9 Mrd. €. Die Täglich fälligen Gelder gewannen dabei weiter an Attraktivität.
Sparkassenverbund steht auf solider Kapitalbasis
Die Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen konnte auch 2014 ihre Rücklagen deutlich stärken. Das bilanzielle Eigenkapital stieg insgesamt um 1,3 Mrd. € bzw. 7,7 % auf 19,6 Mrd. €. „Unser Verbund steht auf einer soliden Kapitalbasis und zeichnet sich durch eine stabile Risikotragfähigkeit aus. Das verdanken wir auch unserer ausgewogenen Bilanzstruktur, in der sich das eher kleinteilige Sparkassengeschäft im Retail-Bereich mit dem großvolumigen Geschäft der Landesbank mischt. Die sich daraus ergebende Diversifizierung ist und bleibt eine besondere Stärke unseres Verbundes“, erklärte Grandke.
Kräftiges Plus beim Ergebnis vor Steuern
Die Ertragsentwicklung der Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen im Geschäftsjahr 2014 war durch ein kräftiges Plus gekennzeichnet. Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich um 312 Mio. € bzw. 23,3 % auf 1,6 Mrd. €. Dabei legten die beiden wichtigsten Ertragssäulen des Verbundes – das Zinsergebnis und der Provisionsüberschuss – zu. Trotz der Dauerniedrigzinsphase und des Drucks auf die Zinsmarge konnte das Zinsergebnis um 23 Mio. € bzw. 0,7 % auf 3,2 Mrd. € gesteigert werden. Der Provisionsüberschuss wuchs sogar um 33 Mio. € bzw. 3,9 % auf 885 Mio. €. Dagegen ging das Handelsergebnis auf 118 Mio. € zurück (2013: 347 Mio. €). Auch den Verwaltungsaufwand hat die Gruppe im Griff: Er sank um 31 Mio. € bzw. 1,0 % auf 3,1 Mrd. €, wobei der Rückgang auf den Sachaufwand entfiel.
Kreditrisikovorsorge sinkt auf Rekordtief
Für Entlastung sorgte auch 2014 wieder die Risikovorsorge im Kreditgeschäft. Mit 71 Mio. € fiel sie so niedrig aus wie noch nie seit der erstmaligen Anwendung der IFRS-Rechnungslegung beim Verbundabschluss im Jahr 2009. Das um den Ertragsteueraufwand bereinigte Jahresergebnis verbesserte sich um 151 Mio. € bzw. 14,6 % auf 1,2 Mrd. €. Die Eigenkapitalrentabilität vor Steuern erhöhte sich trotz des deutlich aufgestockten Eigenkapitals von 7,5 % auf 8,7 %. Die Cost-Income-Ratio verbesserte sich von 66,6 % auf 64,3 %.
Prognose 2015: Ergebnis wird niedriger, aber immer noch ordentlich ausfallen
Für 2015 geht die Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen von einem Ergebnis vor Steuern aus, das niedriger als im Vorjahr ausfallen wird. „Wir haben im vergangenen Jahr vom kräftigen Rückgang der Risikovorsorge profitiert. Das wird sich 2015 nicht wiederholen. Gleichwohl rechnen wir auch für dieses Jahr mit einem ordentlichen Ergebnis. Wir haben bewiesen, dass wir auch in einem anspruchsvollen Umfeld Erfolg haben. Wir werden unsere Kosten im Blick behalten und an unserer konservativen Risikostrategie festhalten. Und wir werden weiterhin darauf hinarbeiten, durch verstärkte Vertriebsanstrengungen und eine intensivere Verbundzusammenarbeit unsere gute Markt- und Wettbewerbsposition zu verbessern“, betonte Grandke.

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