Volksbanken und Raiffeisenbanken wachsen mit dem Mittelstand: Kreditvergabe legt gegenüber Jahresmitte 2014 um 4,3 Prozent zu – Einlagenwachstum von 3,8 Prozent spiegelt Vertrauen der Verbraucher wider

Neu-Isenburg (7.8.15) – Zur Jahresmitte 2015 können die Volksbanken und Raiffeisenbanken in den 13 Bundesländern des Genossenschaftsverbands über ein anhaltendes Wachstum im Kundengeschäft berichten: Das Wachstum im Kreditgeschäft von 5 Mrd. (+ 4,3 %) auf 121,4 Mrd. Euro wird durch das Einlagenwachstum um 5,5 Mrd. Euro (+3,8 %) auf 148,6 Mrd. Euro vollständig refinanziert. Besonders das gewerbliche Kreditgeschäft erweist sich mit + 5,4 % als Wachstumstreiber.

„Der Mittelstand floriert und investiert“, kommentiert Verbandspräsident Michael Bockelmann die aktuellen Zahlen. „Dies trotz erheblicher Unsicherheit über die Zukunft der Euro-Zone. Für ein dauerhaft positives Investitionsklima brauchen wir ein langfristig verbindliches, transparentes und belastbares Regelgerüst der europäischen Währung.“ Wachstumsbranchen im Firmenkreditgeschäft sind Dienstleistungen, Energie und Landwirtschaft. Aber auch die privaten Kredite legen gegenüber der Jahresmitte deutlich zu (+ 3,7 %).

Auf der Einlagenseite dokumentiert die dynamische Entwicklung die dominierende Verbrauchermotivation der Sicherheit und Verfügbarkeit der Geldanlage. Der Zuwachs wird ausschließlich von den täglich fälligen Verbindlichkeiten (+10,9 % auf 91,9 Mrd.) getragen. „Dieser Trend in liquide Anlagen dürfte sich bei stabilem niedrigem Zinsniveau weiter fortsetzen“, sagt Bockelmann. „Mit Blick auf die Spar- und Vorsorgekultur ist dies bedenklich, weil der für das Alter erforderliche Vermögensaufbau unterbleibt.“ Aus Kundensicht fehle es an risikoarmen, höher verzinslichen Sparformen. Bei den Anlegern müsse ein Umdenken einsetzen. „Durch intensive und individuelle Beratung und das Aufzeigen von Alternativen gilt es, die Privatanleger auf Möglichkeiten für höher rentierliche Anlagen aufmerksam zu machen.“

Für die Volksbanken und Raiffeisenbanken selbst bedeutet die Niedrigzinsphase Bockelmann zufolge einen anhaltenden Druck auf die Erträge. „Vor diesem Hintergrund sind auch die Kosten der Vertriebskanäle und damit das Filialnetz zu optimieren. Wir müssen die persönliche Beratung in den Filialen enger mit den digitalen Kanälen verknüpfen und stärker integrierte Prozesse entwickeln“, betont Bockelmann. Im Zuge dessen werde das Präsenzgeschäft sich wandeln, ohne seine herausragende Bedeutung für den Kundenkontakt zu verlieren. „Die flächendeckende Versorgung aller Regionen mit qualifizierten Finanzdienstleistungen bleibt dabei wesentlicher Teil unseres Markenkerns.“

Quelle: Genossenschaftsverband