TNS Infratest Spendenmonitor: Gesamtsumme der Spendeneinnahmen steigt, bei sinkender Spenderzahl
Berlin (18.12.15) – Immer weniger Menschen in Deutschland spenden. Nach 45 Prozent im Vorjahr haben sich in 2015 nur 42 Prozent der Bundesbürger dazu entschieden, eine gemeinnützige Organisation zu unterstützen. Die Durchschnittsspende stieg dagegen in den vergangenen 12 Monaten von 128 Euro auf 146 Euro. Auch die Gesamtsumme der Spenden (Geldspenden von Privatpersonen) wuchs dabei um knapp 300 Millionen Euro. Dies zeigt der TNS-Infratest Spendenmonitor in seiner aktuellen Ausgabe. Der Spendenmonitor bestätigt damit einen Trend, den bereits weitere Veröffentlichungen aus diesem Jahr aufgezeigt haben. Besonders gravierend ist der Rückgang im mittleren Alterssegment zwischen 30 und 64 Jahren. Hier spendeten rund 5 bis 6 Prozent weniger als im Vorjahr.
„Wer sich angesichts der aktuellen Zahlen über höhere Spendensummen freut, denkt zu kurzfristig“, sagt Arne Peper, Geschäftsführer des Deutschen Fundraising Verbands (DFRV), der seit diesem Jahr TNS Infratest bei der Herausgabe des Spendenmonitors unterstützt. „Wenn dieser Trend anhält, werden die gemeinnützigen Organisationen in 10 Jahren große Probleme bekommen. Menschen im Alter über 60 Jahre sind seit jeher die tragende Spendersäule der gemeinnützigen Organisationen. Kann man den natürlichen Schwund der Älteren nicht dadurch kompensieren, dass Jüngere an die Kultur des Gebens herangeführt werden, brechen notwendige Gelder für die Projekte weg.“
Jan Borcherding, Associate Director & Projektleiter des Spendenmonitors bei TNS Infratest ergänzt: „Wir sehen die aktuellen Zahlen noch als kleines Alarmsignal. Wenn sich dieser Trend jedoch verstetigt, müssen die Spendenorganisationen langfristig reagieren. Vergleichszahlen aus anderen Studien zeigen ähnliche Befunde. Hierbei ist jedoch grundsätzlich die unterschiedliche Methodik der Studien zu beachten, insbesondere auch die Betrachtungszeiträume und Erhebungsmonate“.
Der Spendenmonitor deckt die 12 Monate vor Oktober 2015 ab, und nimmt somit auch schon einen Teil der aktuellen Hilfswelle für die Flüchtlingshilfe mit. Bisher nicht spendende Menschen tendieren hierbei jedoch vermehrt zu Sachspenden, während aktive Geldspender weiterhin mit Geld unterstützen. Es bleibt abzuwarten, ob das zurzeit große Engagement in eine dauerhafte Unterstützung sozialer Projekte mündet.
Quelle: TNS Infratest

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