EZB: Geldpolitische Beschlüsse

 

Frankfurt/Main (21.1.16) – Auf der heutigen Sitzung hat der EZB-Rat beschlossen, den Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte sowie die Zinssätze für die Spitzenrefinanzierungsfazilität und die Einlagefazilität unverändert bei 0,05 %, 0,30 % und -0,30 % zu belassen. Dazu Klaus Bauknecht, Chefvolkswirt der IKB:

 

Düsseldorf: (21.1.16) – Aufgrund der Rohstoffpreisentwicklungen muss die EZB ihre Inflationsprognose für 2016 und womöglich auch für 2017 im März deutlich nach unten anpassen. Da die EZB gleichzeitig die Konjunkturerholung der Euro-Zone in Gefahr sieht, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die  Notenbank im März weitere Maßnahmen  ankündigen wird, auch wenn die bereits eingeleiteten Maßnahmen laut eigener Wahrnehmung erfolgreich sind. Die Entwicklung der Kreditvergabe  bestätigt dies durchaus.

Die heutige Pressekonferenz der EZB ähnelte teilweise dem Termin im September 2015. Draghi bestätigte erneut Erwartungen einer Notenbankreaktion bei anhaltend hoher Volatilität auf den Finanzmärkten. Weitere Maßnahmen der EZB könnten eine erneute Senkung des Einlagenzinssatzes um 10 bp auf  -0,4 % beinhalten. Auch eine weitere Ausweitung des Ankaufprogramms über das aktuelle Volumen von 60 Mrd. € pro Monat hinaus wäre denkbar. Draghi hat sich diesbezüglich jedoch nicht im Detail geäußert. Das Ausmaß der geldpolitischen Korrektur sollte jedoch primär von der korrigierten EZB-Wachstumsprognose und den damit verbundenen langfristigen Implikationen abhängen.

Quelle: IKB