VDA: Bundesregierung sondiert

Förderung der Elektromobilität

 

Berlin (3.2.16) – „Die deutschen Automobilunternehmen haben in den vergangenen Jahren 14 Milliarden Euro in die Elektromobilität investiert und sind inzwischen einer der weltweiten Leitanbieter. Bei der Entwicklung zum Leitmarkt hat Deutschland aber noch Boden gut zu machen. Deswegen ist es dringend notwendig, die erforderlichen Maßnahmen zum Aufbau einer bundesweiten Ladeinfrastruktur sowie gezielte direkte oder indirekte Marktanreize zu realisieren“ sagte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA). „Solche Entscheidungen sollten noch dieses Jahr wirksam werden.“

 

Keine Automobilnation habe ein vielfältigeres Angebot an Elektrofahrzeugen. „Deutsche Hersteller bieten 29 Elektrofahrzeuge als Serienmodelle an“, so der VDA-Präsident. Trotz des breiten Angebots sei der Markt für E-Fahrzeuge hierzulande noch überschaubar. Im Jahr 2015 lag der Elektroanteil an den Neufahrzeugen in Deutschland bei gerade einmal 0,7 Prozent. Wissmann: „Bisher fehlt für deutsche Kunden ein attraktives Kaufumfeld. In anderen Ländern wie Norwegen oder den Niederlanden haben die deutschen Hersteller einen E-Marktanteil von mehr als 50 Prozent. Das zeigt, unser Angebot trifft die Wünsche der Kunden.“

 

Wissmann wies auf den Nachholbedarf bei der Infrastruktur hin. Aktuell gibt es 5.600 öffentlich zugängliche Ladepunkte in Deutschland. „Das ist viel zu wenig. Der Kunde erwartet zu Recht eine einfache Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum. Deswegen sind Investitionen in das Ladesäulennetz ebenso wichtig wie eine Beschaffungsinitiative der öffentlichen Hand.“

 

Wissmann betonte: „Für eine integrierte Klima-, Mobilitäts- und Rohstoffstrategie ist die Elektromobilität eine Schlüsseltechnologie. Die in Paris auf den Weg gebrachten CO2-Ziele sind nur mit einem erheblichen Anteil von Elektrofahrzeugen erreichbar. Deshalb wird die deutsche Automobilindustrie ihre globale Elektromobilitätsoffensive weiter vorantreiben. Die Reichweite wird sich erhöhen, die Preise werden sinken. Bis 2025 erwarten wir eine Halbierung der Kosten gegenüber heutigen Batteriemodellen.“

 

Nach Berechnungen der NPE ist schon heute die Reichweite eines Elektroautos für etwa 90 Prozent aller geplanten Fahrten ausreichend. Denn die durchschnittliche Tagesfahrleistung in Deutschland beträgt nur 22 Kilometer. Wissmann: „Wer längere Strecken fährt, kann ein aufladbares Hybridfahrzeug wählen.“

 

Statement von Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), zum heutigen RDE-Beschluss des Europaparlaments

 

Berlin (3.2.16) – Das heutige Votum der EU-Parlamentarier ist eine gute Nachricht, für den Verbraucher und den Umweltschutz. Die Abgasmessungen im Straßenverkehr (Real Driving Emissions) bringen den Kunden mehr Klarheit und Zuverlässigkeit. Zudem beschleunigen die RDE-Vorgaben eine Flottenerneuerung mit besonders schadstoffarmen Euro-6-Fahrzeugen und damit die Verbesserung der Luftqualität. So zeigt eine Studie des Aachener Forschungsinstituts AVISO mit der TU Graz und dem Heidelberger Umweltinstitut Ifeu, dass mit der normalen Bestandserneuerung durch Euro 6 die Luftqualitätsziele in den Städten erreicht werden. Nach der heutigen Entscheidung kann RDE schon kommendes Jahr in Kraft treten. Fortschritte bei der Emissionssenkung werden damit schnell wirksam.

 

Die deutsche Automobilindustrie ist daran interessiert, so schnell wie möglich realistischere Angaben zu Verbrauch und Emissionen ihrer Modelle anbieten zu können. Deswegen befürworten wir seit Jahren sowohl Straßenmessungen als auch einen neuen Labortest WLTP (Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedures).

 

Nach den Vorgaben darf der Stickoxid-Ausstoß neuer Pkw-Typen unter realen Fahrbedingungen ab September 2017 maximal das 2,1-fache des gesetzlich vorgeschriebenen Laborwerts von 80mg/km erreichen (Konformitätsfaktor). Ab dem Jahr 2020 müssen neue Fahrzeugtypen die Prüfstandgrenzwerte eins zu eins auf der Straße einhalten. Zulässig ist dann nur noch der notwendige Aufschlag für die Messungenauigkeit von 0,5. Diese Anforderungen sind sehr ehrgeizig. Im Vergleich zum heutigen Bestand bedeutet das eine Schadstoffsenkung von 78 Prozent. Bis 2020 werden dann weitere 29 Prozent reduziert. Viele dieser Fahrzeuge sind heute schon auf dem Markt oder bereits fertig entwickelt und konnten nicht für die neue Gesetzgebung entwickelt werden.

Quelle: VDA