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Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon – Foto: PK

Frankfurt/Main (15.3.16) – Georg Fahrenschon, als Präsident des Sparkassen- und Girorverbandes oberster Sparkassenmann im Lande, trägt offenbar von Berufs wegen das Sparergen in sich. Und dieses Gen macht Fahrenschon zum Zins-Rebell gegen Mario Draghi. Mario Draghi ist Präsident der Europäischen Zentralbank  und als solcher hauptverantwortlich dafür, dass auf Spargelder praktisch keine Zinsen mehr gezahlt werden. Denkt Sparkassenpräsident Fahrenschon an Draghi, sieht er rot. Tiefrot. „Die Geldpolitik der EZB ist falsch. Sie ist gefährlich. Sie ist nutzlos, weil keinerlei positive Effekte mehr erkennbar sind,“ wetterte Fahrenschon heute in der Frankfurter City in Richtung Frankfurt-Ostend, wo die EZB sitzt.

Aber Fahrenschon war nicht aus Berlin nach Frankfurt gereist, nur um gegen den EZB-Präsidenten Mario Draghi und dessen verfehlten Null-Zins-Kurs zu schimpfen, sondern um vor Journalisten zu sagen, wie das Jahr 2015 für die gut 400 Sparkassen im Lande gelaufen war. Um’s kurz zu machen: „2015 war für die Sparkassen ein gutes Jahr“….gewesen. So Fahrenschon. Die Gründe stehen in der Pressemitteilung des Sparkassen-und Giroverbandes, die wir hier der Einfachheit halber dokumentieren.

Die Verbundpartner der Sparkassen können auf ein insgesamt gutes und solides Geschäftsjahr 2015 zurückblicken. „Landesbanken, DekaBank, Landesbausparkassen, öffentliche Versicherer und Deutsche Leasing sind selbst erfolgreich im Markt tätig und helfen den Sparkassen ganz wesentlich bei deren eigenem Markterfolg“, so der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Georg Fahrenschon, anlässlich der Bilanzpressekonferenz der Sparkassen-Finanzgruppe heute in Frankfurt (Main).

Weniger Risikogeschäft, mehr Solidität. Mit dieser Formel lässt sich die Entwicklung der sieben Landesbankkonzerne zusammenfassen. Die Risikoaktiva haben im Zeitraum 30. Juni 2014 bis 30. Juni 2015 auf insgesamt 347,3 Milliarden Euro abgenommen. Im Vergleich zum vorherigen Zeitraum entspricht dies einer Reduzierung von 6,4 Milliarden Euro. Gleichzeitig stieg die Kernkapitalquote der Institute um 13,2 Prozent auf nunmehr 13,6 Prozent.

Im Geschäftsjahr 2015 hat die DekaBank ihr Geschäftsmodell als Wertpapierhaus der Sparkassen konsequent weiterentwickelt. Der Nettoabsatz mit Sparkassenkunden lag mit 5,97 Milliarden Euro um 150 Prozent über dem Vorjahr. Zugelegt haben vor allem Dachfonds, Immobilienfonds und die Vermögensverwaltung. Insgesamt legte die Nettovertriebsleistung der Deka-Gruppe im Fonds- und im Zertifikategeschäft 2015 erneut deutlich zu. Die Total Assets stiegen auf 240 Mrd. Euro (2014: 220 Mrd. Euro)

Die Landesbausparkassen haben 2015 ein Neugeschäft mit einem Volumen von 36 Mrd. Euro erreicht. Das ist das zweitbeste Ergebnis in der Geschichte der LBS-Gruppe. Insgesamt zählen die Landesbausparkassen zum Jahresende annähernd 9 Mio. Kunden und 10,6 Mio. Bausparverträge mit einem Volumen von 289 Mrd. Euro. Mit einem Marktanteil von 37 Prozent im Neugeschäft sind sie der klare Marktführer im Bausparmarkt.

Trotz niedriger Zinsen und einer spürbaren Investitionszurückhaltung der Unternehmen steigerten die Sparkassen ihr gemeinsames Leasinggeschäft mit der Deutschen Leasing im Jahr 2015 auf 3,54 Milliarden Euro. Das entspricht einem Wachstum von 8,5 Prozent. Die Deutsche Leasing ist damit doppelt so stark wie der Leasingmarkt insgesamt gewachsen.

Nach ersten Berechnungen haben die Versicherungen der Sparkassen im Geschäftsjahr 2015 ihre Bruttobeitragseinnahmen auf 21,4 Mrd. Euro steigern können. Während die Branche im vergangenen Jahr mit einem Wachstum von durchschnittlich 0,5 Prozent nahezu stagnierte, verbuchten die öffentlichen Versicherer aufgrund einer erfolgreichen Marktbearbeitung einen Zuwachs von mehr als 3 Prozent.