Rentenbank: Förderkredite auf Rekordniveau

 

Frankfurt/Main (26.4.16) – Der Vorstand der Landwirtschaftlichen Rentenbank zeigte sich anlässlich der Bilanzpressekonferenz der Förderbank für die Agrarwirtschaft mit dem Jahresabschluss 2015 zufrieden. „Mit Programmkrediten über 7,8 Mrd. Euro haben wir beim Neugeschäft einen Förderrekord erreicht. Der Anstieg geht auch auf unser Liquiditätssicherungsprogramm für Betriebe in Schwierigkeiten zurück. Das zeigt, wie groß der Bedarf an Förderkrediten gerade in der jetzigen Situation angespannter Agrarmärkte ist“, so Horst Reinhardt, Vorstandssprecher der Rentenbank.

Auch im laufenden Jahr 2016 zeichnet sich eine Fortsetzung der erfolgreichen

Geschäftstätigkeit ab. Im ersten Quartal lag das Neugeschäft bei Programmkrediten

mit 1,5 Mrd. Euro nur leicht (-1,2 %) unter dem Niveau des entsprechenden

Vorjahreszeitraums. Im Emissionsgeschäft konnte die Rentenbank mit

5,4 Mrd. Euro in den ersten drei Monaten schon fast die Hälfte ihres geplanten

Mittelbedarfs für 2016 decken.

Programmkredite 2015: Darlehen zur Liquiditätssicherung stark nachgefragt

Die Förderkreditvergabe der Rentenbank 2015 spiegelte die gespaltene wirtschaftliche

Lage in der deutschen Agrarwirtschaft wider. Neben den stark nachgefragten

Programmkrediten für Investitionszwecke stieg auch der Bedarf an

Liquiditätssicherungsdarlehen in der Landwirtschaft. Dafür stellte die Rentenbank

345,2 Mio. Euro (2014: 4,9 Mio. Euro) bereit. Als Folge erhöhte sich die

Kreditnachfrage in der Fördersparte „Landwirtschaft“. Das Neugeschäft in den

Fördersparten „Ländliche Entwicklung“ sowie „Agrar- und Ernährungswirtschaft“

stieg ebenfalls an. Rückläufig waren dagegen die Darlehenszusagen in der För-

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dersparte „Erneuerbare Energien“. Mit insgesamt 7,8 Mrd. Euro (Vorjahr:

6,9 Mrd. Euro) übertraf die Rentenbank beim Neugeschäft mit ihren zinsgünstigen

Programmkrediten das Vorjahresniveau um 13,8 %.

In der Fördersparte „Landwirtschaft“ finanziert die Rentenbank schwerpunktmäßig

klassische landwirtschaftliche Investitionen. Dafür sagte die Bank insgesamt

3,2 Mrd. Euro (2,7 Mrd. Euro) zu. Davon entfielen 1,4 Mrd. Euro (1,1 Mrd.

Euro) auf Programmkredite zu besonders günstigen Konditionen, die u. a. von

Junglandwirten in Anspruch genommen werden können. Für Gebäude, insbesondere

Stallbauten, stellte die Bank 1,1 Mrd. Euro (1,3 Mrd. Euro) bereit, für

Flächenkäufe 772,7 Mio. Euro (625,1 Mio. Euro) und für Maschineninvestitionen

630,0 Mio. Euro (634,6 Mio. Euro).

Darüber hinaus fördert die Rentenbank auch die ländliche Entwicklung, hauptsächlich

durch die Finanzierung von kommunalen Infrastrukturmaßnahmen.

Insgesamt sagte die Bank dafür 2,3 Mrd. Euro (1,6 Mrd. Euro) über ihre Programme

„Räumliche Strukturmaßnahmen“, „Leben auf dem Land“ und im Rahmen

von Globalrefinanzierungsvereinbarungen mit den Förderbanken der Bundesländer

zu.

Die Förderfinanzierungen der Rentenbank für Investitionen in erneuerbare

Energien sanken auf 1,5 Mrd. Euro (2,0 Mrd. Euro). Dies war eine Folge der Änderungen

des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Jahr 2014. Schwerpunkt

in dieser Sparte blieb die Finanzierung von Windkraftanlagen – trotz eines

Rückgangs auf 1,1 Mrd. Euro (1,4 Mrd. Euro). Darin sind Zusagen in Höhe

von 0,5 Mrd. Euro (0,8 Mrd. Euro) für „Bürger- und Bauernwindparks“ enthalten.

Emissionsgeschäft 2015: Banken unverändert wichtigste Investorengruppe

Zur Refinanzierung ihres Fördergeschäfts nahm die Rentenbank im Berichtsjahr

mittel- und langfristige Kapitalmarktmittel in Höhe von 13,0 Mrd. Euro

(10,9 Mrd. Euro) an den in- und ausländischen Kapitalmärkten auf. 46 %

(48 %) des Mittelaufkommens entfielen auf Banken, weil für sie Emissionen der

Rentenbank wegen ihrer bankaufsichtsrechtlichen Nullgewichtung besonders attraktiv

sind. Daneben spielten Zentralbanken und andere offizielle Stellen erneut

eine bedeutende Rolle bei der Refinanzierung der Bank. Ihr Anteil lag mit

35 % leicht über dem Vorjahreswert (31 %).

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Der US-Dollar blieb mit einem Anteil von 50 % (41 %) wichtigste Emissionswährung,

während der Euro 22 % (27 %) zum Mittelaufkommen beitrug. Den

dritten Rang nahm mit 17 % (14 %) erneut der Australische Dollar (AUD) ein.

Die Rentenbank war im „Kangaroo“-Markt mit einem ausstehenden Volumen

von 13,3 Mrd. AUD am Jahresende die drittgrößte ausländische Emittentin.

Anteil der Programmkredite in der Bilanz weiter gestiegen

Die Bilanzsumme (HGB) stieg 2015 um 4,7 % auf 83,9 Mrd. Euro (80,1 Mrd.

Euro). Da die Rentenbank ihre Kredite grundsätzlich wettbewerbsneutral über

andere Banken vergibt, fallen auf der Aktivseite der Bilanz die Forderungen an

Kreditinstitute mit 55,7 Mrd. Euro (51,5 Mrd. Euro) bzw. einem Anteil von

66,4 % (64,3 %) besonders stark ins Gewicht. Der Anteil der Programmkredite

in der Bilanz nahm weiter zu, da das Neugeschäft die Fälligkeiten überstieg. Die

Programmkredite valutierten am Jahresende 2015 mit 40,1 Mrd. Euro

(36,9 Mrd. Euro).

Das verbriefte Fördergeschäft, das in der Bilanz in der Position „Schuldverschreibungen

und andere festverzinsliche Wertpapiere“ enthalten ist, betrug

16,6 Mrd. Euro (19,0 Mrd. Euro). Der Wertpapierbestand lag am Jahresende

2015 insgesamt bei 18,3 Mrd. Euro (20,2 Mrd. Euro).

Auf der Passivseite der Bilanz bilden die verbrieften Verbindlichkeiten mit

67,3 Mrd. Euro (65,8 Mrd. Euro) den größten Einzelposten. Darin sind Medium

Term Notes in Höhe von 50,0 Mrd. Euro (47,3 Mrd. Euro) enthalten, 13,9 Mrd.

Euro (12,7 Mrd. Euro) an Globalanleihen und 3,4 Mrd. Euro (5,7 Mrd. Euro) an

Euro Commercial Papers.

Die Eigenmittel (HGB) wuchsen in der Bilanz 2015 auf 4,7 Mrd. Euro (4,3 Mrd.

Euro). Davon entfielen 2,9 Mrd. Euro (2,6 Mrd. Euro) auf den Fonds für allgemeine

Bankrisiken.

Betriebsergebnis durch Einmaleffekt deutlich gestiegen

Das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge und Bewertung (HGB) erreichte 2015

283,3 Mio. Euro (242,7 Mio. Euro) und lag damit, bedingt durch einen Einmaleffekt,

deutlich über dem Vorjahresniveau. Der Anstieg resultierte aus einer konzerninternen

Sonderausschüttung in Höhe von 49,8 Mio. Euro. Ohne diese Sonderausschüttung

hätte das Betriebsergebnis mit 233,5 Mio. Euro leicht unter

dem Vorjahresniveau gelegen.

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Nach Risikovorsorge und Bewertung stieg der Jahresüberschuss auf 57,0 Mio.

Euro (55,0 Mio. Euro). Den nach Dotierung der Rücklagen verbleibenden Bilanzgewinn

von 14,3 Mio. Euro (13,8 Mio. Euro) verwendet die Rentenbank ebenfalls

für Förderzwecke. Er wird je zur Hälfte dem Zweckvermögen und dem Förderungsfonds

zugeführt.

Für die Verbilligung ihrer Programmkredite setzte die Förderbank 2015

63,6 Mio. Euro (73,9 Mio. Euro) zu Lasten ihres Zinsergebnisses ein. Außerdem

stellte die Bank 3,0 Mio. Euro (3,0 Mio. Euro) für Zuschüsse zum Programm

„Forschung für Innovationen in der Agrarwirtschaft“ zur Verfügung und erhöhte

das Stiftungskapital der Edmund Rehwinkel-Stiftung um 2,0 Mio. Euro auf

17,0 Mio. Euro.

Insgesamt summierten sich die für Förderzwecke bereitgestellten Erträge der

Bank (Förderdividende) auf 82,9 Mio. Euro (90,7 Mio. Euro).

IFRS-Abschluss: Operatives Ergebnis leicht gesunken

Das operative Ergebnis des Geschäftsjahres 2015 nach IFRS sank gegenüber

dem Vorjahr leicht auf 238,2 Mio. Euro (243,9 Mio. Euro), da die Aufwendungen

insgesamt stärker zunahmen als die Erträge: Die Verwaltungsaufwendungen

stiegen um 5,7 Mio. Euro und die Aufwendungen für Risikovorsorge/Förderbeitrag

um 3,3 Mio. Euro, während der Zinsüberschuss lediglich um 6,2 Mio. Euro

anstieg.

Das Konzerngesamtergebnis lag am Jahresende mit 392,3 Mio. Euro

(126,4 Mio. Euro) deutlich über dem Vorjahreswert. Neben dem operativen Ergebnis

wird das Konzerngesamtergebnis im Wesentlichen durch positive Effekte

aus der Bewertung von Finanzinstrumenten in Höhe von 148,4 Mio. Euro (2014:

negative Bewertungseffekte 91,0 Mio. Euro) beeinflusst. Die Bewertungseffekte

setzten sich aus dem Fair Value- und Hedge-Ergebnis und der Veränderung der

Neubewertungsrücklage für Available for Sale-Instrumente zusammen. Das Fair

Value- und Hedge-Ergebnis ist insbesondere durch Bewertungsgewinne aus

dem Anstieg der Credit-Spreads bei den eigenen Emissionen und durch positive

Bewertungsrückflüsse aus in Vorjahren gebuchten Bewertungsverlusten um

204,9 Mio. Euro gestiegen (2014: um 183,5 Mio. Euro gesunken). Der Bestand

der Neubewertungsrücklage für Available for Sale-Instrumente ist durch gestiegene

Credit-Spreads für die im Bestand befindlichen Wertpapiere von

163,3 Mio. Euro auf 106,8 Mio. Euro um 56,5 Mio. Euro gefallen (2014: um

92,5 Mio. Euro gestiegen).

Kapitalquoten verbessert

Die Kapitalquoten der Bank haben sich auf Jahressicht verbessert. Ende 2015

lag die harte Kernkapitalquote bei 20,2 % (16,4 %) und die Gesamtkapitalquote

bei 23,2 % (19,3 %).