Ernst & Young: Deutscher Neuwagenmarkt dank Kalendereffekten mit

kräftigem Wachstum – Volkswagen-Marktanteil sinkt wieder

 

Frankfurt/Main 3.5.16) – Der deutsche Neuwagenmarkt legte im April um 8,4 Prozent zu. Der starke Zuwachs ist allerdings ausschließlich auf Kalendereffekte zurückzuführen: Ostern fiel in diesem Jahr in den März, dementsprechend hatte der April im Vergleich zum Vorjahresmonat zwei zusätzliche Verkaufstage. Bereinigt um diesen Effekt verharrte die Zahl der Neuzulassungen auf dem Niveau des Vormonates.

Peter Fuß, Partner bei EY: „Der deutsche Automarkt hat sich im April weniger gut entwickelt als erwartet und konnte nur aufgrund zweier zusätzlicher Verkaufstage einen Zuwachs verbuchen. Immerhin legte die Zahl der Neuzulassungen im bisherigen Jahresverlauf um fast sechs Prozent zu, womit der höchste Stand seit 2009 erreicht ist, als die Abwrackprämie den Absatz ankurbelte“.

Allerdings seien die Zuwächse zum Teil teuer erkauft: „Handel und Hersteller gewähren nach wie vor hohe Rabatte und setzen weiter stark auf taktische Zulassungen“, betont Fuß. Im März dieses Jahres – Zahlen für April liegen noch nicht vor – lag der Anteil der Eigenzulassungen (Neuzulassungen auf Autohändler) bei 23,8 Prozent und damit auf dem hohen Niveau des Vorjahres.

Generell seien die Marktbedingungen aber weiter positiv, betont Fuß: „Die nach wie vor relativ niedrigen Spritkosten, eine steigende Beschäftigung und steigende Einkommen tragen zum guten Konsumklima bei. Zudem befeuern die extrem niedrigen Zinsen das Wachstum des Automarkts: Sparen lohnt sich nicht, und Hersteller und Händler können sehr gute Finanzierungskonditionen bieten – da fällt die Entscheidung für einen Neuwagen leichter“.

Trotz der weltweiten Konjunktureintrübung und erheblicher wirtschaftlicher wie politischer Risiken bleiben vor allem die Unternehmen investitionsfreudig: Im April stiegen die Zulassungen auf gewerbliche Halter um 10 Prozent – die Unternehmen waren damit wie schon in den vergangenen Monaten und Jahren die wichtigste Stütze des Aufschwungs des deutschen Automarkts.

 

Die Neuzulassungen auf Privatpersonen stiegen hingegen nur um sechs Prozent. Im April wurden damit nur 34,9 Prozent aller Neuwagen auf Privatpersonen zugelassen – das ist der niedrigste Wert seit mindestens 2008 (für die Vorjahre sind keine Angaben verfügbar). Im Vorjahresmonat lag der Anteil privater Zulassungen noch bei 35,6 Prozent, ein Jahr vorher bei 38,2 Prozent. Im laufenden Jahr werden die grundsätzlich positiven Rahmenbedingungen den Neuwagenmarkt auf Wachstumskurs halten, erwartet Fuß. Er prognostiziert ein Absatzplus von vier Prozent.

 

Volkwagen mit weiteren Einbußen beim Marktanteil

Im Vormonat konnte der Volkswagen-Konzern den Abwärtstrend bei den Marktanteilen weitgehend stoppen – im März sank der Marktanteil im Vergleich zum Vorjahresmonat nur noch um 0,1 Prozentpunkte. Im April hingegen musste das Unternehmen wieder kräftigere Einbußen hinnehmen: Der Marktanteil des Volkswagenkonzerns sank gegenüber dem Vorjahrsmonat von 40,0 auf 38,8 Prozent. Insgesamt stiegen die Neuzulassungen von Pkw der Marken aus dem Volkswagen-Konzern im April um 5,1 Prozent.

Kräftige Marktanteilsgewinne konnte hingegen der Daimler-Konzern verbuchen, der den Pkw-Absatz um 20 Prozent steigerte und den Marktanteil von 9,6 auf 10,7 Prozent ausbaute.