Roland Berger: Studie über Chefrestrukturierer – Corporate Performance in Unternehmen liegt immer stärker im Trend

 

München (5.5.17) – Die stabile deutsche Konjunktur und günstige Finanzierungsbedingungen haben den inhaltlichen Schwerpunkt in der Restrukturierung um Corporate Performance Management ergänzt. Denn harte Restrukturierungsprojekte, um Firmen vor der Insolvenz zu retten, sind momentan weniger gefragt – umso mehr sind Unternehmen mit der hohen Volatilität der Märkte konfrontiert. „Digitalisierung, plötzliche geopolitische Krisen, die Instabilität bestimmter Märkte sowie die Einführung von Sanktionen oder Zöllen können die Geschäftsmodelle etablierter Unternehmen ins Wanken bringen“, erläutert Sascha Haghani, Managing Partner von Roland Berger in Deutschland und globaler Leiter des Competence Centers Restructuring & Corporate Finance. „Umso agiler müssen sich Firmen aufstellen, um auf plötzliche Marktveränderungen schnell reagieren zu können“, ergänzt Falco Weidemeyer, Senior Partner im Competence Center Restructuring & Corporate Finance und selbst Chief Restucturing Officer (CRO). „Das kann man nicht erst um fünf vor Zwölf.“

 

So zeigt die neue Roland Berger-Studie „Die leise Transformation“

dass frühzeitige Ertragsverbesserungsprogramme, das sogenannte

Corporate Performance Management, immer stärker gefragt sind.

Hingegen erwarten nur noch 58 Prozent der befragten

Restrukturierungsexperten, dass die Zahl der Einsätze von CROs im

laufenden Jahr zunehmen wird. Im vergangen Jahr waren es noch 65

Prozent der Befragten. Für die neue Studie wurden wie im letzten Jahr

Top-Restrukturierer im deutschsprachigen Raum befragt.

 

Der CRO: vom Chefrestruktutierer zum Cheftransformierer

 

Der zunehmende Trend in Richtung Corporate Performance Management

führt auch zu einer veränderten Rolle des CRO. „War der

Chefrestrukturierer in den vergangenen Jahren erst dann gefragt, wenn

eine Firma schon in einer Liquiditätskrise steckte und harte

Sanierungsmaßnahmen benötigte, so setzt der CRO heute oft früher an“,

erklärt Weidemeyer. Dabei spielen bestimmte Eigenschaften des CRO

eine besonders wichtige Rolle. So bewerten immer noch 82 Prozent der

Studienteilnehmer die Fähigkeit des Chefrestrukturierers, die

Unternehmensfinanzierung sicherzustellen, als zentrale Funktion.

Ebenfalls relevant sind herausragende Managementeigenschaften (66%)

und die Kontrolle der Personalkosten (42%). „Doch das reicht nicht“,

warnt Weidemeyer. „Neben dem Verständnis für Unternehmenskennzahlen

ist hier die Fähigkeit entscheidend, Mitarbeiter für das

Transformationskonzept zu begeistern, alle Schritte transparent zu

kommunizieren und zwischen den Beteiligten zu moderieren.“

 

So sehen zwar 68 Prozent der Befragten in der Umsetzung von

Sanierungsmaßnahmen immer noch eine wesentliche Funktion des CRO,

doch im Jahr 2016 waren es noch fast 78 Prozent. Stattdessen gewinnt

die Moderationsrolle des CRO immer mehr an Bedeutung: von knapp 37

Prozent im Jahr 2016 auf 45 Prozent.

 

Und auch in puncto Finanzierung zeigt die Roland Berger-Studie eine

langsame, aber stetige Entwicklung: „Banken sind für zwei Drittel der

Befragten immer noch die tragende Säule der Unternehmensfinanzierung,

aber längst nicht mehr die einzige“, erklärt Sascha Haghani.

„Alternative Finanzierer wie Fonds spielen hier eine immer wichtigere

Rolle. Außerdem unterliegen Fonds weniger strikten Regeln als

Kreditinstitute und bieten so alternative Finanzierungsoptionen für

Unternehmen.“