IKB: Das passt nicht – oder doch?
Düsseldorf (30.11.17) – Der Zusammenhang zwischen Schuldenquoten und Wirtschaftswachstum ist kausal bei weitem nicht so eindeutig, wie es oftmals dargestellt wird. Steigt das Wachstum als Folge zunehmender Verschuldung an, oder führt ein höheres Wachstum zu einer niedrigeren Schuldenquote?
Eine Analyse der Daten für die Weltwirtschaft führt zwar insgesamt zu einem eindeutigen Ergebnis: Schuldenquote und Wachstum weisen eine negative Beziehung auf. Ein höheres Wirtschaftswachstum beeinflusst und reduziert die Schuldenquote.
Im Falle Chinas sind die empirischen Ergebnisse allerdings weniger eindeutig. Pauschale Aussagen über zunehmende Risiken in Folge steigender Schuldenquoten sind nur begrenzt angebracht – wenn überhaupt.
Für die Euro-Zone deuten die Daten zumindest seit der Finanzkrise darauf hin, dass das Wirtschaftswachstum die Schuldenquote beeinflusst bzw. reduziert und nicht anders herum. Ein anhaltend hohes Wachstum und damit eine unterstützende Geldpolitik sind deshalb notwendig, um die bereits eingeleitete Senkung der Schuldenquote weiter voranzutreiben.

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