IKB: Was kümmert die US-Finanzpolitik der Rest der Welt?
Düsseldorf (29.1.18) – Jüngste Aussagen der US-Regierung über die Vorteile eines schwachen US-Dollar haben für Bewegung auf den Devisenmärkten und zu Verärgerung bei der EZB gesorgt. Dabei zeigt die Geschichte, dass eine „America First“-Politik nicht erst von der Trump-Administration verfolgt wird, sondern bereits bei früheren US-Regierungen auf der Agenda stand.
Auch die Politik der Fed unterscheidet sich nicht viel von der anderer Notenbanken, die sich in Krisenzeiten ebenfalls wenig Gedanken über die Konsequenzen ihrer Politik für andere Staaten und Währungen machen. Entscheidend ist, dass es angesichts der aktuell positiven US-Konjunkturentwicklung keinen Handlungsbedarf für die Fed gibt, die aktuelle US-Dollar-Schwäche zu unterstützen.
Bleibt die US-Konjunktur stabil, wird auch die EZB Raum finden, sich von der Notwendigkeit eines schwachen Euro-Kurses zu lösen. Bis dahin ist weniger entscheidend, wie weit der Euro noch aufwertet, sondern welche Gegenmaßnahmen von der EZB zu erwarten sind.

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