Employland: Quo vadis Fachkräftemangel?

Digitalisierung ausgebremst

 

Hamburg (2.5.18) – Die Rufe nach mehr Digitalisierung in der Unternehmenslandschaft sind unüberhörbar: Ohne den Einsatz smarter Technologien riskieren Betriebe, langfristig den Anschluss an ihre Mitbewerber zu verlieren. Von der Entwicklung besonders betroffen ist das Herz der deutschen Wirtschaft – der Mittelstand.

In zugehörigen Betrieben kranken Digitalisierungsvorhaben vor allem an zu wenig Fachpersonal und damit einhergehend am nicht vorhandenen Know-how. Jedem fünften Mittelständler fehlen die Mitarbeiter, um mehr oder überhaupt in die Digitalisierung zu investieren.1 „Diese Mammutaufgabe lässt sich schwerlich alleine stemmen – der deutsche Arbeitsmarkt ist nicht in der Lage, die Menge an Fachkräften zu liefern, die nötig wären, um Digitalisierungsprozesse effektiv anzustoßen“, erläutert Hans-Christian Bartholatus, Geschäftsführer der Employland GmbH. Schon jetzt klafft im MINT-Bereich ein Loch von fast 300.000 Fachkräften und ein Ende ist nicht in Sicht.2 Zeitgleich wächst die Zahl der Unternehmen, die Fachpersonal zur Umsetzung digitaler Prozesse benötigen, weiter.3 „An hoch qualifizierten Fachkräften aus dem Ausland führt kein Weg mehr vorbei, wenn die deutsche Wirtschaft langfristig stabil bleiben will“, mahnt Bartholatus.

Digitale Zweiklassengesellschaft spaltet den Mittelstand

Bereits vor einigen Jahren stellte die Studie „The Digital Advantage“ fest, dass digitalisierte Betriebe etwa neun Prozent mehr Umsatz erzielen und so ihren Wert um zwölf Prozent steigern können.4 Eine Investition in den digitalen Ausbau zahlt sich demnach in jedem Fall aus. Wenn Unternehmen hier nicht nachziehen, verfestigt sich die digitale Zweiklassengesellschaft immer mehr: Auf der einen Seite nutzen erfolgreiche Betriebe bereits jetzt die Chancen der Digitalisierung und richten etwa Lieferanten- und Kundenbeziehungen konsequent an neuen Technologien aus. So sind sie in der Lage, ihre Marktposition auszubauen. Auf der anderen Seite zögern viele Unternehmen die notwendigen Investitionen heraus. Fatal, denn eine ausbleibende Digitalisierung kann sich schnell rächen: Der Anschluss an den Wettbewerb geht verloren oder neue digitale Konkurrenten gefährden etablierte Geschäftszweige. Das Bewusstsein für die schwierige Lage ist bereits in den Köpfen angekommen: 74 Prozent der Mittelständler empfinden die