30 Jahre Dax – Seehofer-Menetekel vermiest

Feierlaune im Frankfurter Börsensaal

Frankfurt/Main (2.7.18)/PK – Der ehemalige Vorstandschef der Deutschen Bank, Rolf.-E. Breuer, war gekommen, der Namensgeber des Dax, Manfred Zaß, der einstige Bundesbankpräsident Ernst Welteke, der Grandseigneur des Finanzplatzes Frankfurt, Friedrich von Metzler und noch über Hundert weiterer Finanzmarkt-Repräsentanten und Börsianer: sie alle waren der Einladung von Börsenchef Theodor Weimer zur morgendlichen Geburtstagsfeier in den Frankfurter Börsensaal gefolgt. In den obligatorischen Reden lobten Zaß und Weimer die Kursentwicklung des Dax in den vergangenen 30 Jahren. Immerhin kann der Deutsche Aktienindex seit seiner Einführung am 1. Juli 1988 eine durchschnittliche Performance/Rendite von jährlich über 8 Prozent verbuchen. Dumm nur, dass das Gros der Bundesbürger bestenfalls nur indirekt, etwa über Fondssparpläne, von dieser Entwicklung profitiert hat. Egal, an diesem Tag galt es zu feiern. Ausgelassene Stimmung mochte allerdings nicht aufkommen. Denn außer dem Dax lieferte der noch amtierende Bundesinnenminister Horst Seehofer ausgiebigen Gesprächsstoff auf dem Börsenparkett. Der drohende Rücktritt Seehofers und die damit verbundene Ungewißheit über die Zukunft der Bundesregierung  drückten auf die Stimmung und sorgten dafür, dass der Dax in den ersten Handelsminuten nach 9 Uhr abtauchte.

Manfred Zaß, vorne rechts, gilt als Erfinder des Dax. Hinter ihm steht der derzeitige Chef der Deutschen Börse, Theodor Weimer. – Fotos: PK

 

Großer Andrang im Frankfurter Börsensaal: am Tag, an dem der Dax seinen 30. „Geburtstag“ feierte.

Sexy Dax-Kurve: seit 1988 verbuchte der Dax jährlich Gewinne von durchschnittlich 8,5 Prozent. Anders formuliert: Wer sein Geld in Aktien des Dax angelegt hat, sahnt seit 30 Jahren im Schnitt über 8 Prozent Rendite ab.