IKB: Was bedeutet ein eskalierender Handelskonflikt mit den USA für Deutschland und seine Branchen?

Düsseldorf (24.7.18) – Mit jeder Ankündigung von weiteren US-amerikanischen Zöllen nehmen die Spekulationen über deren Einfluss auf deutsche Unternehmen, Branchen und die Volkswirtschaft insgesamt zu. Den Einfluss von Zöllen auf mikroökonomischer Ebene zu quantifizieren, ist jedoch keine einfache Aufgabe. Bei einem eskalierenden Handelskonflikt bestünde vor allem die Gefahr, dass ein abnehmender Offenheitsgrad der Weltwirtschaft die Angebots- und Nachfrageseite vieler Volkswirtschaften grundsätzlich beeinflusst und weitreichende Umverteilungen der Handelsdefizite und -überschüsse mit sich bringt.

Dies wiederum birgt für die vergleichsweise offene deutsche Wirtschaft und ihre Branchen mit ihrem exportorientierten Verarbeitenden Gewerbe ein erhöhtes Wachstumsrisiko, da sie besonders abhängig vom globalen Konjunkturverlauf ist.

Allerdings ist der Einfluss eines Handelskonfliktes der USA auf die Weltkonjunktur aufgrund des geringen Offenheitsgrades und der damit zusammenhängenden geringen Bedeutung der USA für den Welthandel zu relativieren. Dementsprechend sollten sich auch die deutschen BIP-Wachstumsprognosen für 2018 und 2019 selbst bei einer weiteren Eskalation der US-Handelspolitik nicht nennenswert verändern. Schätzungen deuten in diesem Fall auf einen Wachstumsverlust für das deutsche BIP von 0,1 %-Punkten pro Jahr hin. Das Verarbeitende Gewerbe und insbesondere Branchen wie Maschinenbau, Automobilindustrie und Metallindustrie sind hingegen anfälliger und könnten mit Wachstumsverlusten von bis zu rd. 0,5 %-Punkten pro Jahr rechnen.