Verbundabschluss 2017: Sparkassen Finanzgruppe Hessen-Thüringen behauptet sich in herausforderndem Umfeld
Frankfurt/Main (25.7.18) – Die Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen hat auch das Geschäftsjahr 2017 wieder mit einem ordentlichen Resultat abgeschlossen. Laut Verbundabschluss erzielte die Gruppe ein Ergebnis vor Steuern von gut 1,4 Mrd. €. „Damit liegen wir zwar etwas unter dem Niveau des sehr guten Vorjahres. Es ist aber das bisher drittbeste Ergebnis, das unser Verbund je erzielt hat. Positiv hat sich vor allem ausgewirkt, dass unsere Gruppe trotz des weiterhin belastenden Niedrigzinsumfelds in den wichtigsten Ertragsfeldern – dem Zinsüberschuss nach Risikovorsorge und dem Provisionsüberschuss – Zuwächse verbuchen konnte. Das zeigt, dass unser regionaler Sparkassenverbund in einem herausforderndem Umfeld robust und solide aufgestellt ist“, zog Gerhard Grandke, Geschäftsführender Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes Hessen-Thüringen (SGVHT), eine erfreuliche Bilanz für das vergangene Geschäftsjahr.
Seit 2003 veröffentlicht die Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen jährlich auf freiwilliger Basis einen konsolidierten Verbundabschluss, der an die IFRS-Rechnungslegungsvorschriften angelehnt ist und einen wichtigen Teil des Verbundkonzepts bildet. Mit dem Verbundkonzept präsentiert sich die Gruppe als wirtschaftliche Einheit von rechtlich und wirtschaftlich selbstständigen Unternehmen mit einer gemeinsamen Geschäfts- und Risikostrategie sowie einem gemeinsamen Risiko-managementsystem und einem zusätzlichen Reservefonds.
Stabiles Verbundrating
Die Verbundrechenschaftslegung misst den wirtschaftlichen Erfolg des Verbundes und stellt damit eine Voraussetzung für die Vergabe eines echten Verbundratings durch die Ratingagenturen Fitch und Standard & Poor’s dar, das von jedem Institut des Verbundes im Rahmen seiner Kapitalmarktaktivitäten genutzt werden kann. Derzeit wird die Gruppe von Fitch und Standard & Poor’s mit ‚A+‘ bzw. ‚A‘ bewertet. Das Verbund-Rating ist seit Jahren stabil. Dies dokumentiert das Vertrauen der Ratingagenturen in die Trag- und Funktionsfähigkeit des Sparkassenverbundes in Hessen und Thüringen und seines Geschäftsmodells.
Regionaler Sparkassenverbund mit Bilanzsumme von 251,8 Mrd. €
In den Konsolidierungskreis des Verbundabschlusses sind im Wesentlichen die Sparkassen in den beiden Bundesländern sowie der Konzern der Landesbank Hessen-Thüringen einbezogen, zu dem unter anderem die LBS Hessen-Thüringen gehört. Der Konzern der SV SparkassenVersicherung Holding AG geht at Equity in die Verbund-rechenschaftslegung ein. Insgesamt bilden die Unternehmen der Gruppe eine Bilanzsumme von 251,8 Mrd. € ab und beschäftigen rund 24.700 Mitarbeiter (ohne SV SparkassenVersicherung). Dank seiner regionalen Verankerung ist der Sparkassenverbund in Hessen und Thüringen Marktführer in einer Reihe von Geschäftsfeldern. Im Privatkunden- und Mittelstandsgeschäft spielt er eine hervorgehobene Rolle.
Kundengeschäft setzt Wachstumsimpulse
Im Geschäftsjahr 2017 ist die Bilanzsumme der Gruppe vor allem wegen des Abbaus von Handelsaktiva und rückläufiger Forderungen gegenüber Kreditinstituten um 4,8 Mrd. € bzw. 1,9 % auf 251,8 Mrd. € gesunken. Vom Kundengeschäft gingen in der Summe weiterhin Wachstums-impulse aus. Auf der Aktivseite reduzierten sich zwar die Forderungen an Kunden währungsbedingt um 1,0 Mrd. € bzw. 0,6 % auf 155,5 Mrd. €. Gleichzeitig gingen aber auf der Passivseite die Kundenverbindlich-keiten inklusive der Kundeneinlagen der 1822direkt kräftig nach oben. Sie stiegen um 4,8 Mrd. € bzw. 3,9 % auf 128,8 Mrd. €.
Sparkassenverbund steht auf solider Kapitalbasis
Der Gruppe ist es auch 2017 wieder gelungen, ihr bilanzielles Eigen-kapital deutlich zu stärken. Es nahm um 0,9 Mrd. € bzw. 4,3 % auf insgesamt 22,0 Mrd. € zu. „Damit verfügt unser Verbund über ein gestiegenes Reservepolster und einen ausreichenden Spielraum für weiteres Geschäftswachstum. Darüber hinaus zahlt unsere sehr gute Kapitalisierung auch auf die Risikotragfähigkeit unseres Verbundes ein, die durch eine ausgewogene Bilanzstruktur noch verbessert wird. Denn im Verbund wird auf der Aktiv- und der Passivseite eine stärkere Diversifizierung als bei den einzelnen Verbundunternehmen erreicht. Hier macht sich die Kombination aus dem eher kleinteiligen Sparkassengeschäft und dem großvolumigen Wholesale-Geschäft der Landesbank positiv bemerkbar“, erklärte Grandke.
Zuwächse bei wichtigsten Ertragsquellen
Die Ertragslage der deutschen Kreditwirtschaft wurde 2017 weiterhin durch die Dauerniedrigzinsphase und höhere regulatorisch bedingte Kosten belastet. Auf der anderen Seite wirkte sich die konjunkturelle Entwicklung positiv aus. Vor dieser Kulisse hat sich die Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen im vergangenen Geschäftsjahr erneut wacker geschlagen. Das Ergebnis vor Steuern ging zwar um 155 Mio. € bzw. 9,7 % auf gut 1,4 Mrd.€ zurück. Dies war jedoch vor allem dem Ergebnis aus nicht mit Handelsabsicht gehaltenen Derivaten und Finanzinstrumenten der Fair Value Option geschuldet, das 2017 mit 118 Mio. € negativ war (2016: +56 Mio. €). Bei den wichtigsten Ertragsquellen des Verbundes waren dagegen Zuwächse zu verbuchen. Der Zinsüberschuss nach Risikovorsorge und der Provisionsüberschuss stiegen um 26 Mio. € bzw. 0,8 % auf 3,1 Mrd. € respektive um 57 Mio. € bzw. 5,9% auf 1,0 Mrd. €. Auch das Handelsergebnis verbesserte sich, nämlich um 123 Mio. € auf 269 Mio. €. Der Verwaltungsaufwand erhöhte sich nicht zuletzt wegen gestiegener IT-Aufwendungen im
Bilanzielles Eigenkapital wächst auf 22,0 Mrd. €
Niedrigeres Ergebnis vor Steuern
regulatorischen Umfeld moderat um 37 Mio. € bzw. 1,2% auf 3,1 Mrd. €. Das um den Ertragsteueraufwand bereinigte Jahresergebnis ging im Vergleich zum Vorjahr um 148 Mio. € bzw. 12,9 % auf 1,0 Mrd. € zurück. Die Eigenkapitalrentabilität vor Steuern sank von 7,7 % auf 6,7 %, die Cost-Income-Ratio erhöhte sich von 64,4 % auf 69,9 %.
Prognose 2018: Ergebnis wird etwas niedriger ausfallen
Vor dem Hintergrund des anhaltenden Niedrigzinsumfelds und steigender Regulierungskosten geht die Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen für das Jahr 2018 von einem etwas niedrigeren Ergebnis vor Steuern aus. „Unser Verbund hat auch 2017 bewiesen, dass er mit diesen anspruchsvollen Rahmenbedingungen gut zurechtkommt. Wir sind fest entschlossen, durch eine intensive Verbundzusammen-arbeit unsere gute Markt- und Wettbewerbsposition und damit auch unsere Erträge weiter zu verbessern. Wir werden an unseren Kosten arbeiten. Und wir werden an unserer bewährten konservativen Risikostrategie festhalten. Ich gehe deshalb davon aus, dass die Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen auch 2018 ein ordentliches Ergebnis erreichen wird“, schloss Grandke.

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