IKB: Türken-Lira – Klassische Korrektur
Düsseldorf (16.8.18) – Die aktuelle Entwicklung um die türkische Lira gleicht einer klassischen Korrektur bzw. Überreaktion von Devisenmärkten. Diese sollte insofern weniger kritisch gesehen werden, da nun ausgeglichenere Erwartungen den kurzfristigen Verlauf der Lira stützen könnten. Eine deutliche Abwertung stabilisiert die Währung eines Landes mit strukturellen Problemen und einseitigen Abwertungserwartungen eher als Maßnahmen wie z. B. IWF-Hilfen oder Leitzinsanhebungen. Hierfür sind Devisenkurse anderer Schwellenländer, wie zum Beispiel der südafrikanische Rand, ein Beispiel. In welchem Maße die türkische Lira jedoch mittelfristig wieder Boden gut machen kann, hängt entscheidend von der türkischen Regierung selbst ab. Aufgrund der sich abzeichnenden negativen realwirtschaftlichen Implikationen sind jedoch drastische Maßnahmen wie verschärfte Kapital- und Devisenkurskontrollen nicht auszuschließen, was der Lira auf Sicht wenig helfen sollte.

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