VDIK: Pkw-Markt mit starkem Wachstum im August
Bad Homburg (4.9.18) – Mit 316.405 Neuzulassungen verzeichnet der August gegenüber dem Vorjahresmonat ein kräftiges Plus von 25 Prozent. Das Ergebnis steht wesentlich unter dem Einfluss des ab September gültigen WLTP-Prüfverfahrens. In den ersten acht Monaten des Jahres wurden 2.473.284 Pkw neu zugelassen, das entspricht einem Zuwachs von 6,4 Prozent. Die VDIK-Mitgliedsunternehmen können in diesem Umfeld ihren Marktanteil weiter steigern, er legt von 38,0 auf 38,8 Prozent zu.
Neben dem Neuzulassungsschub durch die WLTP-Umstellung leistet der Privatmarkt mit einem Plus von 4 Prozent weiterhin einen signifikanten Wachstumsbeitrag. In den ersten acht Monaten des Jahres wurden rund 916.500 neue Pkw privat zugelassen, das entspricht einem Zuwachs von 12 Prozent. Die VDIK-Mitgliedsunternehmen sind im Privatmarkt überdurchschnittlich erfolgreich. Auf sie entfallen 46,3 Prozent der Zulassungen.
Im Sog des starken Wachstums im August legen auch die Neuzulassungen von Diesel-Pkw um 8 Prozent zu. An den insgesamt rückläufigen Dieselneuzulassungen ändert dies aber wenig. Nach acht Monaten wurden 796.599 Diesel-Pkw neu zugelassen, das entspricht einem Rückgang von 16 Prozent. Der Anteil der Diesel-Pkw am Gesamtmarkt liegt jetzt bei 32,2 Prozent.
VDIK-Präsident Reinhard Zirpel: „Das besonders starke Wachstum im August erlaubt aufgrund der besonderen Rahmenbedingungen keine Aussage zur Verfassung des Marktes, auch wenn sich die private Nachfrage weiter stabil zeigt. Vorgezogene Zulassungen werden Einfluss auf die Folgemonate haben. Für das Gesamtjahr gehe ich aber weiterhin von einem Neuzulassungsplus aus.“
Ernst & Young-Ausblick: Starker Rückgang in den kommenden Monaten
Peter Fuß, Partner bei EY: „Nach einem starken ersten Halbjahr legte der deutsche Neuwagenmarkt im August noch einmal massiv zu – die Neuzulassungen stiegen um 24,7 Prozent, nachdem sie von Januar bis Juli um 4,2 Prozent zugelegt hatten.“
Einen außergewöhnlichen Anstieg gab es bei den gewerblichen Zulassungen: Sie stiegen um 37,8. „Hintergrund dürfte der Stichtag zur Umstellung auf den neuen Prüfzyklus WLTP sein“, so Fuß. „Offenbar haben viele Händler die Neuwagen auf sich selbst zugelassen, um die nicht WLTP-zertifizierten Fahrzeuge noch vor dem Stichtag 1. September im Markt zu haben. Diese Fahrzeuge werden in den kommenden Wochen und Monaten als junge Gebrauchte billiger verkauft werden.“
Der seit Anfang 2014 anhaltende Aufwärtstrend auf dem deutschen Absatzmarkt wird in den kommenden Monaten sein Ende finden. „Für den nächsten Monat ist mit einem starken Rückgang bei den Neuzulassungen zu rechnen. Die jetzt auf Halde stehenden Eigenzulassungen müssen in den kommenden Monaten zunächst einmal an den Mann gebracht werden“, so Fuß. „Hinzu werden möglicherweise Lieferengpässe aufgrund der Umstellung auf den neuen Prüfzyklus WLTP kommen: Die Kunden werden zwar grundsätzlich weiter in Kauflaune sein, und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind anhaltend gut. Aber da etliche Modelle noch nicht zertifiziert sind, wird das Angebot in den kommenden Monaten stark eingeschränkt sein.“
Ebenfalls bremsend auf die Entwicklung der Neuzulassungszahlen wird sich auch das Auslaufen der Umtauschprämien für alte Diesel-Pkw auswirken, die im bisherigen Jahresverlauf zu steigenden Pkw-Käufen von Privatpersonen geführt hatten: „Einige Hersteller bieten keine Umtauschprämien mehr an und haben damit letztlich das Rabattniveau deutlich abgesenkt. Um noch in den Genuss der Dieselprämien zu kommen, hatten viele Kunden ihren Neuwagenkauf vorgezogen – diese Käufe werden in den kommenden Monaten fehlen und zu weiteren Einbußen führen.“
Laut Fuß steht die Branche daher vor schwierigen Monaten: „Die Hersteller müssen nun die Eigenzulassungen abverkaufen, dann aber auch das im ersten Halbjahr noch sehr hohe Rabattniveau auf ein Normalmaß zurückfahren, ohne einen massiven Einbruch der privaten Nachfrage zu riskieren. Und gleichzeitig stehen sie mittelfristig vor der Aufgabe, kaufwillige Neuwageninteressenten auf einen späteren Zeitpunkt zu vertrösten und ihnen den Autokauf trotz ungewohnt langer Lieferzeiten schmackhaft zu machen.“

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