Creditreform: Leichter Anstieg der Insolvenzen in Westeuropa
Neuss (7.5.19) – In Westeuropa (EU-15-Länder plus Norwegen und Schweiz) ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen 2018 leicht gestiegen. Insgesamt waren hier 165.213 Unternehmensinsolvenzen zu verzeichnen. Das waren 0,3 Prozent mehr Fälle als im Jahr 2017 (164.798) und der erste Anstieg seit 2013. In Mittel- und Osteuropa hat sich die Zahl der Unternehmensinsolvenzen dagegen weiter verringert – um 6,6 Prozent auf 46.698 Fälle nahmen die Insolvenzen ab. Insgesamt waren die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Europa im Jahr 2018 nicht mehr so günstig.
Die Konjunktur hatte sich im Jahresverlauf 2018 merklich
abgeschwächt. Auch die weiter bestehenden Unsicherheiten
im Zusammenhang mit dem Brexit dürften
die Wirtschaftslage beeinträchtigt haben. Die Insolvenzzahlen in Westeuropa ließ aber vor allem der Zuwachs
in Skandinavien ansteigen.
Skandinavien treibt die Insolvenzzahlen
In sieben der 17 betrachteten Länder Westeuropas war
ein Anstieg bei den Unternehmensinsolvenzen zu beobachten.
Einen deutlichen prozentualen Anstieg verzeichneten
dabei Luxemburg (plus 27,8 Prozent), gefolgt
von Finnland (plus 17,3 Prozent), Schweden (plus
13,2 Prozent), Dänemark (plus 12,1 Prozent) und Norwegen
(plus 9,9 Prozent). Mehr Insolvenzen als im Vorjahr
wurden auch in der Schweiz sowie in Großbritannien
registriert.
Einen deutlichen Rückgang der Insolvenzzahlen gab es
in Griechenland (minus 31,7 Prozent) sowie in Irland
(minus 12,2 Prozent) und in Portugal (minus 6,3 Prozent).
Auch in den Niederlanden (minus 4,4 Prozent), in
Deutschland (minus 3,6 Prozent), in Spanien (minus 3,1
Prozent) und in Italien (minus 2,9 Prozent) beruhigte
sich das Insolvenzgeschehen weiter. Geringe Rückgänge
verzeichneten Österreich und Frankreich.
Osteuropa uneinheitlich – Rückgänge in den USA
In Osteuropa verzeichneten Bulgarien, Lettland, Mazedonien,
Polen, Slowenien und die Ukraine gegen den
Trend einen Anstieg der Insolvenzzahlen. Spürbar zurückgegangen
sind die Insolvenzzahlen hingegen in
Tschechien, in der Slowakei sowie in Kroatien, in Litauen und in Estland. In der Türkei verringerte sich die Zahl
der Unternehmensinsolvenzen auf 13.593 Fälle (minus
7,5 Prozent). Viele insolvente Unternehmen stammen
hier aus dem Handel.
In den Vereinigten Staaten (USA) haben sich die Insolvenzzahlen
im Jahr 2018 leicht verringert. Es wurden
37.822 Firmeninsolvenzen registriert. Das ist ein Minus
von 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Mehr Insolvenzen im Handel
Wieder leicht gestiegen sind die Insolvenzzahlen im
westeuropäischen Baugewerbe (plus 1,0 Prozent), vor
allem aber im Handel (plus 4,2 Prozent). Noch im Vorjahr
gab es in beiden Sektoren Rückgänge. Weniger
Insolvenzen waren im Verarbeitenden Gewerbe (minus
1,8 Prozent) und im Dienstleistungssektor (minus 2,6
Prozent) zu verzeichnen. Etwa ein Drittel aller Firmeninsolvenzen
in Westeuropa (32,1 Prozent) entfiel 2018 auf
den Handel (inkl. Gastgewerbe). Dieser Anteil hat sich
gegenüber dem Vorjahr (30,9 Prozent) deutlich erhöht.
In Osteuropa war der Handel für den überwiegenden
Teil der Insolvenzfälle verantwortlich (Anteil 2018: 38,4
Prozent). Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Anteil
dieses Sektors aber verringert. Gegen den Trend gab es
mehr Insolvenzen dagegen im Dienstleistungsgewerbe
Osteuropas (2018: 30,0 Prozent; 2017: 25,8 Prozent).

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