VanEck: Goldkommentar von Joe Foster, Portfolio Manager
Hamburg (19.6.19) – Die zu Ende gehende Hauptversammlungssaison 2019 hat das Thema Shareholder Engagement in den Blickpunkt gerückt. Eine der positiven Regulierungsmaßnahmen, die auf die Finanzmarktkrise zurückgehen, ist die im Dodd-Frank Act von 2010 verankerte Bestimmung, dass in den Unterlagen zur Erteilung von Stimmrechtsvollmachten (Proxy Statements) ein gesonderter Beschluss über die Vergütung von Führungskräften (auch als „Say-on-Pay“-Regelung bezeichnet) vorzusehen ist. Dadurch können Aktionäre tatsächlich mit darüber entscheiden, ob CEOs zu hoch bezahlt werden. Zwar hat das Votum keine bindende Wirkung, wird von den Unternehmen jedoch durchaus ernst genommen. So haben nach Say-on-Pay-Abstimmungen mit weniger als 80 Prozent Zustimmung manche Unternehmen aus der Goldbranche ihre Vergütungspolitik geändert. Seit die Kriterien Umweltschutz, soziale Verantwortung und Governance (zusammengefasst unter dem Kürzel ESG) zunehmend in Anlageentscheidungen einfließen, schauen Anleger bei Corporate Governance-Aspekten genauer hin.
Engagement und Einflussnahme von Aktionären auf die Unternehmensführung in der Goldbergbaubranche
Der Themenkomplex Shareholder Engagement ist eindeutig auf dem Vormarsch. Ziel ist es, die Anreize und Ziele des Unternehmens mit denen der Aktionäre in Einklang zu bringen. Wie das Wall Street Journal berichtet, sahen sich dem Branchendienst Activist Insight zufolge 2018 weltweit 284 Unternehmen öffentlich gemachten Forderungen von aktivistischen Investoren gegenüber – ein Rekordwert. 194 Mitglieder in Leitungsorganen mussten ihre Sessel räumen – auch das ein Rekord. Die US-Fondsgesellschaft Neuberger Berman hat 2018 derweil zu 60 Anlässen öffentlich eine abweichende Meinung geäußert, 2014 waren es noch 40 Mal gewesen.
Als Verwalter aktiver wie auch passiver Goldfonds nimmt VanEck hier in gewisser Weise eine Sonderstellung ein. Anfang des Jahrzehnts sind die Renditen der Aktionäre durch verfehlte Übernahmen, Überschuldung und eine schwache Geschäftsentwicklung in Mitleidenschaft gezogen wurden. So diszipliniert die Branche ihre Finanzen und das operative Geschäft – notgedrungen aufgrund der gesunkenen Goldpreise – inzwischen in den Griff bekommen hat, so wenig möchte VanEck jemals wieder Zeuge der schlechten Geschäftspraktiken werden, die in den Boom-Jahren an der Tagesordnung waren. Darum bringt sich VanEck in den Leitungsorganen und Managementgremien verstärkt ein, damit die Disziplin im gesamten Goldzyklus aufrechterhalten wird. Ähnlich handhaben es auch andere Gold-Investoren.

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