Wiesbaden (8.1.15) – Seit Beginn des neuen Jahres ist Litauen das 19. Mitglied der Eurozone – elf Jahre nachdem es bereits der Europäischen Union beigetreten ist. Litauen folgt mit diesem Schritt seinen baltischen Nachbarn Estland und Lettland, die in den Jahren 2011 und 2014 den Euro einführten. Litauen ist weltweit für gesunde Fundamentaldaten und nachhaltiges Wachstum bekannt.

So prognostiziert der Internationale Währungsfonds für die Jahre 2014 und 2015 ein reales BIP-Wachstum von jeweils 3,0 Prozent und 3,3 Prozent. Mit dem Eintritt in die Eurozone geht Litauen insbesondere seine hohe Auslandsverschuldung an. Denn im Falle, dass die ausländische Investorenstimmung umschlägt, würde ein uneingeschränkter und bedingungsloser Zugang zur EZB-Liquidität die finanzielle Stabilität sichern.

„Durch den Eintritt Litauens in die Eurozone könnte der internationale Handel an Aufschwung gewinnen. Zudem ist zu erwarten, dass ausländische Direktinvestitionen mit anderen Partnern der Eurozone zunehmen – zumal Litauen über eine exportintensive Wirtschaft verfügt“, sagt Christoph Witte, Deutschland-Direktor des belgischen Kreditversicherers Credimundi. Durch eine bessere Bonität Litauens könnten sich darüber hinaus die Kosten für Kreditaufnahmen verringern – und somit die Sanierung von öffentlichen Finanzen vorantreiben. „Außerdem ist der Eintritt in die Eurozone günstig: Die Russland-Sanktionen nehmen bereits Einfluss auf Litauens Nahrungsmittelexporte, während geopolitische Spannungen die Devisenmärkte einiger EU-Länder beunruhigen, die sich nicht in der Eurozone befinden“, sagt Christoph Witte.