Frankfurt/Main (23.1.15) – In der zweiten Jahreshälfte 2014 wurden insgesamt 507 000 gefälschte Euro-Banknoten aus dem Verkehr gezogen, 44 % mehr als im zweiten Halbjahr 2013. Gemessen an der höheren Anzahl der echten Banknoten, die in der zweiten Jahreshälfte 2014 im Umlauf waren (mehr als 16 Milliarden), ist der Anteil der Fälschungen allerdings nach wie vor sehr gering.

Der Halbjahrestrend ist im Folgenden dargestellt:

Zeitraum 2011/2 2012/1 2012/2 2013/1 2013/2 2014/1 2014/2
Anzahl der Fälschungen 310 000 251 000 280 000 317 000 353 000 331 000 507 000

 

Seit Ausgabe der ersten Euro-Banknotenserie hat das Eurosystem, d. h. die Europäische Zentralbank (EZB) und die nationalen Zentralbanken des Euro-Währungsgebiets, die Bevölkerung dazu aufgerufen, bei der Entgegennahme von Banknoten wachsam zu sein. Die Echtheit der Banknoten lässt sich nach dem einfachen Prinzip „Fühlen-Sehen-Kippen“ leicht überprüfen. Eine Beschreibung dieses Prinzips findet sich auf der EZB-Website sowie den Websites der nationalen Zentralbanken des Eurosystems in den jeweiligen Bereichen zum Euro-Bargeld.

Erhalten Sie eine verdächtig erscheinende Banknote, vergleichen sie diese direkt mit einem Geldschein, von dem mit Sicherheit feststeht, dass er echt ist. Falls sich der Verdacht erhärtet, sollte die Polizei oder – je nach nationalen Gepflogenheiten – die jeweilige nationale Zentralbank kontaktiert werden. Das Eurosystem unterstützt die Strafverfolgungsbehörden bei der Bekämpfung der Bargeldfälschung.

Es ist Aufgabe des Eurosystems, die Fälschungssicherheit der Euro-Banknoten zu wahren und die Banknotentechnologie weiter voranzutreiben. Durch die Europa-Serie werden die Banknoten noch sicherer. Sie trägt dazu bei, das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Währung aufrechtzuerhalten.

Nachstehend ist dargestellt, wie sich das in der zweiten Jahreshälfte 2014 aus dem Verkehr gezogene Falschgeld auf die einzelnen Stückelungen verteilt.

Stückelung 5 € 10 € 20 € 50 € 100 € 200 € 500 €
Anteil in % 1,0 % 3,0 % 60,0 % 26,0 % 8,0 % 1,5 % 0,5 %

 

In diesem Zeitraum:

  • wurden die 20-€- und die 50-€-Banknote nach wie vor am häufigsten gefälscht. Dabei nahm der Anteil des 20-€-Scheins am gesamten Fälschungsaufkommen zu, der Anteil der 50-€-Banknote verringerte sich. Auf diese beiden Stückelungen entfielen 86 % aller gefälschten Euro-Banknoten;
  • wurde der Großteil (97,5 %) der Fälschungen in Euro-Ländern sichergestellt. Nur rund 2 % wurden in EU-Mitgliedstaaten außerhalb des Euroraums entdeckt und weniger als 0,5 % in der übrigen Welt.

Um den Bürgerinnen und Bürgern die Unterscheidung zwischen echten und falschen Euro-Banknoten zu erleichtern, setzt das Eurosystem auf verschiedene Kommunikationsmittel. Auch Personen, die mit Bargeld arbeiten, werden informiert, damit Fälschungen mithilfe von Banknotenbearbeitungsgeräten zuverlässig erkannt und eingezogen werden können. Hersteller und Lieferanten erhalten bei der Anpassung ihrer Geräte zur Banknotenbearbeitung und Echtheitsprüfung weiterhin Unterstützung durch das Eurosystem. Wenn Geräte die Banknoten der neuen Europa-Serie dennoch ablehnen, sollten sich die Betreiber/Eigentümer unverzüglich mit ihren Lieferanten oder Herstellern in Kontakt setzen.

Bundesbank: Anstieg des Falschgeldes in Deutschland

Frankfurt/Main (23.1.15) – Die Bundesbank hat im Jahr 2014 rund 63.000 falsche Euro-Banknoten im Nennwert von 3,3 Millionen Euro registriert. Die Zahl der Fälschungen stieg gegenüber dem Vorjahr um 63 %. Rein rechnerisch entfielen damit acht falsche Banknoten auf 10.000 Einwohner.

„Jüngste polizeiliche Ermittlungserfolge gegen internationale Fälscherringe machen deutlich, dass Falschgeld zum überwiegenden Teil der organisierten Kriminalität zuzurechnen ist“, sagte Carl-Ludwig Thiele, im Vorstand der Bundesbank für Bargeld zuständig.

Die Veränderung gegenüber dem Vorjahr ergab sich im Wesentlichen aus einem Anstieg bei den 50-Euro-Fälschungen, deren Anzahl sich nahezu verdoppelte. Über 80 % des Falschgeldaufkommens in Deutschland entfielen auf Fälschungen der 20- und 50-Euro-Noten.

Fälschungen lassen sich durch das Prinzip „Fühlen-Sehen-Kippen“ schnell erkennen. „Mit der neuen Europa-Serie wird die Sicherheit der Banknoten weiter erhöht. Als nächstes führen wir den neuen 20-Euro-Schein ein“, sagte Thiele.

Die Verteilung der Fälschungen auf die einzelnen Stückelungen ergibt sich für das Jahr 2014 anhand folgender Tabelle:

Noten 5 € 10 € 20 € 50 € 100 € 200 € 500 € Gesamt
Anzahl 843 2.381 22.723 29.376 5.236 1.619 1.091 63.269
Anteil (gerundet) 1 % 4 % 36 % 46 % 8 % 3 % 2 %

Mit über 38.000 Stück lag die Zahl der Fälschungen im zweiten Halbjahr 2014 deutlich über der Zahl der Fälschungen im ersten Halbjahr 2014 (25.000 Stück).

Falsche Banknoten erkennen

Banknoten sollten stets aufmerksam geprüft werden. Denn für Falschgeld gibt es keinen Ersatz.

In die Prüfung sollten mehrere Sicherheitsmerkmale einbezogen werden, denn die Sicherheit der Euro-Banknoten liegt im Zusammenspiel der verschiedenen Merkmale:

  • Auf der Vorderseite der Banknoten sind zum Beispiel erhabene Teile des Druckbildes zu fühlen.
    • Erste Euro-Banknotenserie: Schriftzug „BCE ECB EZB EKT EKP“ am oberen Rand
    • Neue Europa-Serie: Schriftzug „BCE ECB EЦБ EZB EKP EKT EKB BĊE EBC“ und zusätzlich Striche am rechten und linken Rand
  • Das Wasserzeichen lässt sich im unbedruckten Bereich in Durchsicht erkennen.
  • Die Hologrammelemente verändern sich beim Kippen der Banknote.
  • Auf der Rückseite kann der Perlglanzstreifen (Stückelungen bis 20 Euro) oder der Farbwechsel der rechten Wertzahl (Stückelungen ab 50 Euro) beim Kippen der Noten geprüft werden.
  • Zusätzlich weisen die neuen Euro-Banknoten der Europa-Serie auf der Vorderseite links die Smaragdzahl auf: Beim Kippen verändert sich die Farbe, und ein heller Balken wandert auf- beziehungsweise abwärts.

Empfehlenswert ist es, bei der Prüfung einer verdächtigen Banknote eine zweifelsfrei echte Banknote zum Vergleich heranzuziehen, etwa eine Banknote, die von einem Geldautomaten ausgezahlt wurde.

Bei der Prüfung von Banknoten mit Lupen, Prüfstiften oder UV-Lampen lässt sich nicht immer ein eindeutiges Prüfergebnis erzielen. Diese Hilfsmittel sollten deshalb besser in Kombination mit der Prüfung anderer Sicherheitsmerkmale genutzt werden.

Anzahl falscher Münzen nimmt ab

Im Jahr 2014 wurden knapp 46.000 falsche Münzen im deutschen Zahlungsverkehr festgestellt. Im Vorjahr lag das Aufkommen noch bei 52.000 falschen Münzen. Damit entfielen in Deutschland rund fünf falsche Münzen auf 10.000 Einwohner.

Die Fälschungen traten ausschließlich bei den drei höchsten Stückelungen auf und verteilten sich im Jahr 2014 wie folgt:

Münzen 50 Cent 1 € 2 € Gesamt
Anzahl 2.916 6.258 36.615 45.789
Anteil (gerundet) 6 % 14 % 80 %

Mit  rund 26.000 Stück lag die Zahl falscher Münzen im zweiten Halbjahr 2014 über der im ersten Halbjahr 2014 registrierten Anzahl (20.000 Fälschungen).

Münzen auf Echtheit prüfen

Folgende Hinweise können die Echtheitsprüfung von Münzen erleichtern:

  • Bei echten Münzen tritt das Münzbild deutlich abgegrenzt aus dem Münzgrund hervor. Münzfälschungen wirken dagegen oft verschwommen und weisen häufig Unebenheiten auf.
  • Die Farbtönung weicht in der Regel von echten Münzen ab.
  • Die Randprägungen der echten 2-Euro-Münzen sind gestochen scharf in den Münzrand eingeprägt. Fälschungen weisen häufig unvoll­ständige oder unregelmäßige Randprägungen auf.
  • Echte 1-Euro- und 2-Euro-Münzen sind nur schwach magnetisch. Sie bleiben zwar am Magneten haften, lassen sich dann aber auch leicht wieder ablösen. Fälschungen hingegen werden in der Regel nicht angezogen oder haften sehr fest am Magneten.

Falschgeldprävention

Die Bundesbank bietet über ihr Filialnetz unentgeltliche Schulungen für Kreditwirtschaft, Einzelhandel und andere Interessierte an. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bekommen dort auch typische Fälschungen zum Fühlen, Sehen und Kippen vorgestellt. Die Kontaktdaten der Filialen finden Sie auf der Website der Bundesbank. Weiterhin können kostenlos Informationsmaterialien (Broschüren und Poster) bei der Bundesbank bestellt werden. Zudem kann über die Internetseite der Bundesbank ein interaktives Lernprogramm „Falschgeld erkennen“ aufgerufen werden.

Die Informationsangebote im Internet der Bundesbank, beziehungsweise der Europäischen Zentralbank sowie der deutschen Polizei werden regelmäßig aktualisiert.

Die Bundesbank rät dringend, falsche Banknoten und Münzen umgehend der Polizei anzuzeigen und dort abzugeben. So gehen wichtige Hinweise auf Personen, die Falschgeld in Umlauf bringen, nicht verloren.