Frankfurt/Main (12.3.15)/PK – Georg Fahrenschon ist ein weiser Mann. Er baut in guten Zeiten für schlechte Zeiten vor. Wie genau, das erläuterte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) heute Vormittag in Frankfurt bei der Vorlage der Bilanz fürs abgelaufene Jahr. Trotz extrem niedriger Zinsen haben Deutschlands Sparer im vergangenen Jahr ihr Geldvermögen außergewöhnlich stark aufbeläht, haben deutlich mehr Investmentfonds gekauft und auch bei Aktien ungewöhnlich fleißig zugegriffen. Dafür aber Festverzinsliche Anleihen abgestoßen. Das Kreditgeschäft florierte, vor allem das Neugeschäft bei Wohnungsbaukrediten. Unter dem Strich verdienten die 416 deutsche Sparkassen – vor Steuern – wieder ordentlich, nämlich 4,9 Milliarden Euro. Aber, und darauf legte Georg Fahrenschon großen Wert, die Zeiten werden härter. Das niedrige Zinsniveau wird die Zinserträge schmälern, und die Provistionserträge werden diese Lücke nicht komplett schließen können. Also gilt es vorzubauen. Folglich stärken die Sparkassen ihre Kernkapitalquote noch mehr, verzichten aber gleichzeitig darauf, an ihre kommunalen Träger mehr auszuschütten. Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), sprach von einem guten Ergebnis.

Georg Fahrenschon, 2. von links, will die Wertpapierberatung "vereinfachen". Dass dies Zulasten der Sparer ginge, kam dem Sparkassen-Präsidenten nicht in den Sinn - Foto:PK

Georg Fahrenschon, 2. von links, will die Wertpapierberatung „vereinfachen“. Dass dies zu Lasten der Sparer ginge, kam dem Sparkassen-Präsidenten nicht in den Sinn – Foto:PK

„Wir lassen uns davon aber nicht blenden. Wenn der Zins praktisch abgeschafft ist,  kann das mittelfristig nicht ohne Auswirkungen auf die Zinsüberschüsse der Sparkassen bleiben. Wir können dem aber aus einer Position der Stärke begegnen.“ Die Sparkassen benötigten den Substanzzuwachs aus Vorsorgereserven und Jahresergebnis, um die ab 2016 zu erwartende Durststrecke gut und kräftig überstehen zu können. Zudem seien in den nächsten Jahren spürbare Kosteneinsparungen unvermeidlich.

Grundlage des guten Ergebnisses 2014 waren neben einem leicht gestiegenen Zinsüberschuss und einem deutlich höheren Provisionsüberschuss vor allem die sehr günstigen Bewertungsergebnisse im Kreditgeschäft und bei Wertpapieren. Im Kreditgeschäft sank die Risikovorsorge auf den historisch niedrigen Wert von 0,3 Mrd. Euro. Bei Wertpapieren ergab sich sogar ein Bewertungsertrag von 0,5 Mrd. Euro.

Allerdings hatten die Sparkassen deutlich höhere Aufwendungen zu verkraften. Hier schlugen vor allem die spürbaren Lohnzuwächse aus dem aktuellen Tarifabschluss für die 240.100 Beschäftigten in Deutschland zu Buche.

Nach Steuern ergibt sich ein Jahresergebnis von 2,0 Mrd. Euro. Die Kernkapitalquote ist von 13,4 Prozent auf 14,5 Prozent deutlich gestiegen.