GfK-Marge wächst auf vergleichbarer Basis – Ausrichtung wieder auf Wachstum

Nürnberg (13.3.15) – GfK hat die umfassende Transformation des Unternehmens 2014 konsequent fortgesetzt und weitgehend abgeschlossen. Die Strategie, das Angebot digitaler Produkte auszubauen sowie in wachstums- und margenstarkes Geschäft zu investieren, greift. Im Geschäftsjahr 2014 verbesserte sich die operative Performance der Gruppe. GfK erzielte eine Marge von 12,3 Prozent (2013 vergleichbar: 12,1 Prozent). Das konnte erreicht werden trotz eines durch Währungseffekte und Geschäftsbereinigungen bedingten Umsatzrückgangs um 2,8 Prozent (organisch: 2,0 Prozent) auf 1.453 Millionen Euro.

Bereinigt um einen Einmaleffekt im Vorjahr lag das angepasste operative Ergebnis mit 178,8 Millionen Euro etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit hat sich um 20 Prozent auf 196,9 Millionen Euro verbessert. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen eine Dividende von 0,65 Euro je Aktie vor (Vorjahr ebenfalls 0,65 Euro). 2015 strebt GfK wieder moderates organisches Wachstum und eine weitere Verbesserung der Marge an.

„Mit der Transformation der letzten drei Jahre haben wir GfK für den rasanten Wandel der Branche positioniert, und auch zukünftig werden wir nicht stillstehen. Wir haben das digitale Geschäft weiterentwickelt und viel in margenstärkere, innovative Lösungen investiert. Die Marge entwickelt sich positiv, und unseren Cashflow konnten wir deutlich steigern. Nun richten wir den Blick wieder auf moderates Wachstum“, sagte Matthias Hartmann, Vorstandsvorsitzender der GfK SE.

Während der Neuausrichtung standen im Sektor Consumer Experiences die Verbesserung des Ergebnisses und der Marge sowie die Anpassung des Produktportfolios im Vordergrund. Trotz eines organischen Umsatzrückgangs von 5,4 Prozent konnte der Sektor die Marge von 6,6 auf 7,0 Prozent verbessern; zum einen durch die margenstärkeren globalen Produkte, die die lokalen, weniger profitablen Aktivitäten zunehmend ersetzen, zum anderen durch gutes Kostenmanagement.

Der ergebnisstarke Sektor Consumer Choices verfolgte weiterhin eine Wachstumsstrategie und steigerte den Umsatz organisch um 3,2 Prozent. Während der Investition in neue Services und Aufträge, die ab 2015 Umsatz und Ertrag bringen, wurde bewusst eine niedrigere Marge in Kauf genommen. Die Marge von Consumer Choices liegt bei 22,1 Prozent.

Der Umsatz der GfK Gruppe betrug 1.453 Millionen Euro, also 2,8 Prozent weniger als im Vorjahr (1.495 Millionen Euro). Währungseffekte wirkten sich mit insgesamt minus 0,9 Prozent aus, Akquisitionen mit 0,1 Prozent. Organisch ging der Umsatz um 2,0 Prozent zurück. Die negativen Währungseffekte schwächten sich im Laufe des Jahres ab.

Die Regionen Zentral Osteuropa / META, Asien und Pazifik sowie Lateinamerika waren wie im vergangenen Jahr die stärksten Wachstumsregionen mit organischem Wachstum von bis zu 9,2 Prozent. In diesen Regionen wirkten starke negative Währungseffekte, so dass nur die Region Asien und Pazifik ein Gesamtwachstum verzeichnen konnte. Positiv wirkten hingegen die Währungseffekte in den beiden umsatzstarken Regionen Nordeuropa und Nordamerika und milderten so den Druck auf die organische Umsatzentwicklung.

Das angepasste operative Ergebnis erreichte 178,8 Millionen Euro. Auf vergleichbarer Basis liegt es nur knapp unter dem des Vorjahres (190,4 Millionen Euro), in dem ein Einmaleffekt durch die Umstellung des Pensionsplans in der Schweiz in Höhe von 10,1 Millionen Euro enthalten war. Das gute Ergebnisniveau wurde durch weitere Verbesserungen in der operativen Performance trotz rückläufiger Umsatzentwicklung erreicht. Die operative Performance konnte die auch in 2014 hohen Aufwendungen für die Transformation und die Neu- und Weiterentwicklung des Produkt- und Dienstleistungsportfolios überkompensieren. Die Marge (Verhältnis angepasstes operatives Ergebnis zu Umsatz) betrug 12,3 Prozent. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit konnte gesteigert werden. Er verbesserte sich um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 196,9 Millionen Euro. Der freie Cashflow nach Investitionen konnte mehr als verdoppelt werden. Er betrug 98,0 Millionen Euro (nach 46,6 Millionen im Vorjahr). Die Investitionen der Gruppe beliefen sich 2014 auf 99 Millionen Euro (Vorjahr: 118 Millionen Euro). Entsprechend der auf organisches Wachstum ausgerichteten Strategie stiegen die Investitionen in den Ausbau des Geschäfts auf 63 Millionen Euro (Vorjahr: 52 Millionen Euro). Etwa 8 Millionen Euro wurden für Akquisitionen im digitalen Umfeld eingesetzt, die sofort ins Geschäft integriert wurden.

Das Konzernergebnis der GfK Gruppe verbesserte sich auf 19,4 Millionen Euro (Vorjahr: -42,1 Millionen Euro). Die Haupteinflussfaktoren:
– Firmenwertabschreibungen fielen in 2014 deutlich niedriger aus (2013: 114,6 zu 2014: 59,5 Millionen Euro).
– Aufwendungen im Rahmen der Rechtsstreitigkeiten in der Türkei stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 6,5 Millionen Euro an.
– Steuerliche Verbesserungen in Frankreich und den USA. Der Steueraufwand in 2014 reduzierte sich um insgesamt 18 Millionen Euro.
– Die Umstellung des Pensionsplans in der Schweiz beeinflusste das operative Ergebnis in 2013 mit 10,1 Millionen Euro positiv.
Aufsichtsrat und Vorstand der GfK SE werden der Hauptversammlung am 28. Mai 2015 für das Geschäftsjahr 2014 eine unveränderte Dividende in Höhe von 0,65 Euro je Stückaktie vorschlagen.

Ausblick

Im Geschäftsjahr 2015 möchte GfK zum Wachstum zurückkehren und die Produktivität erhöhen. In einem sich stark wandelnden Markt wird das Produkt- und Dienstleistungsangebot fortlaufend erneuert, um die starke Marktposition bei Handels- und Konsumentendaten weiter auszubauen. Dabei liegt der Fokus auf der weiteren Integration der Marktforschungsdaten, um Medien, Marken und Konsumenten gesamthaft messen zu können.

Das Investitionsniveau für Erweiterungs- und Ersatzinvestitionen wird ähnlich hoch wie im Vorjahr sein. Im Bereich der Mergers & Acquisitions wird weiter mit Augenmaß vorgegangen. Interessant sind vor allem technologie- und datengetriebene Unternehmen, die GfK und seinen Kunden sofort Mehrwert bieten. Der Fokus liegt im Jahr 2015 weiter auf organischem Wachstum.

Im Sektor Consumer Experiences liegt der Fokus auf der Stabilisierung des Umsatzniveaus aus 2014. Die Transformation hin zu profitableren Geschäftsfeldern und digitalen Produkten wird fortgesetzt, und rein lokale und weniger profitable Projekte der Auftragsforschung werden reduziert. Vor diesem Hintergrund wird nicht mit einem Wachstumsbeitrag des Sektors für 2015 gerechnet. Auch ein weiteres Sinken der Umsätze im Sektor ist möglich. Die Marge soll sich weiter moderat verbessern.

Im Sektor Consumer Choices sollen die neuen Wachstums- und Margenpotenziale konsequent genutzt werden. Das Stammgeschäft Retail Tracking wird weiter ausgebaut, und neue Panels werden sukzessive zum Umsatz- und Ertragswachstum beitragen. Im Bereich Audience Measurement wird der Aufbau neuer Panels zur Messung von Fernsehreichweiten abgeschlossen. Die Verträge werden ab Jahresmitte deutlich zum Umsatzwachstum in diesem Geschäftsfeld beitragen. Die Expansion in neue Regionen bzw. Länder steht unverändert im Vordergrund. Der Vorstand geht davon aus, dass dieser Sektor schneller wachsen wird als im Vorjahr und damit auch seinen Umsatzanteil, bezogen auf den Gruppenumsatz, weiter erhöhen wird. Die Marge soll sich trotz höherem Anteil des Audience-Measurement-Geschäfts nicht wesentlich zum Vorjahr verändern.

Für 2015 erwartet die Gruppe, zu einem moderaten organischen Wachstum zurückzukehren. Das angepasste operative Ergebnis soll sich verbessen und die Marge auf ein Niveau von etwa 12,4 bis 12,8 Prozent ansteigen.

Im Jahr 2016 möchte GfK organisch schneller wachsen als der Markt und strebt weiterhin eine Marge zwischen 14 und 15 Prozent an.

Der Jahresauftakt begann erwartungsgemäß. Der Umsatzabdeckungsgrad erreichte per Ende Januar 2015 39,2 Prozent des erwarteten Jahresumsatzes (2014, Umsatzabdeckungsgrad: 42,0 Prozent). Damit liegt er gut im Rahmen der Schwankungsbreite der letzten fünf Jahre von 33 bis 42 Prozent.