Frankfurt/Main (24.3.15) – Die 30 DAX-Konzerne lassen die Aktionäre an ihrem Erfolg teilhaben: In diesem Jahr schütten sie insgesamt 29,5 Milliarden Euro aus – zehn Prozent mehr als im Vorjahr und so viel wie nie zuvor. Größter Dividendenzahler ist in diesem Jahr die Allianz: Der Versicherungskonzern zahlt seinen Aktionären insgesamt 3,1 Milliarden Euro – 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Über den stärksten Zuwachs können sich die Aktionäre von K+S freuen: Der Düngemittelkonzern hat die Ausschüttungssumme mehr als verdreifacht – von 48 auf 172 Millionen Euro.

Der gesamte Jahresüberschuss aller DAX-Konzerne lag im vergangenen Geschäftsjahr bei 67,3 Milliarden Euro, ein Anstieg um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr – die Gewinne stiegen also stärker als die Dividendenausschüttungen. Die Ausschüttungsquote sank entsprechend von 45,5 auf 43,8 Prozent. Das sind Ergebnisse einer Analyse des Prüfungs- und Beratungsunternehmen EY (Ernst & Young).

„Die DAX-Konzerne haben im vergangenen Jahr insgesamt Rekordgewinne erwirtschaftet – die Aktionäre können sich entsprechend auf die bisher  höchste Dividenden-Auszahlung überhaupt freuen “, kommentiert Martin Steinbach, Leiter IPO und Listing Services bei EY (Ernst & Young). „Die Gewinne steigen stärker als die Dividendenausschüttung – das deutet darauf hin, dass es die Unternehmen insgesamt nicht übertreiben und  darauf achten wollen, dass sie ausreichend liquide Mittel vorhalten.“

„Auch die positiven Zukunftsaussichten dürften dazu beitragen, dass die Unternehmen insgesamt eine neue Rekordsumme an die Anleger ausschütten“, ergänzt Steinbach. „Der niedrige Ölpreis und der schwache Euro befeuern den Export weiter. Die Vereinigten Staaten und Großbritannien – der zweit- bzw. der drittwichtigste Exportmarkt deutscher Unternehmen – entwickeln sich sehr gut, und die chinesische Wirtschaft dürfte trotz einer nachlassenden Wachstumsdynamik abermals stark zulegen. Wir erwarten ein Wachstum der deutschen Wirtschaft um 2,2 Prozent in diesem Jahr. Zu den verbesserten  Exportbedingungen außerhalb der Eurozone kommen noch  die wieder anziehende Konsumlaune im Inland sowie das Wiedererstarken der Eurozone hinzu. Wir erwarten ein Wachstum der Eurozonen-Wirtschaft in diesem Jahr um 1,5 Prozent – im vergangenen Jahr hatte das Wachstum noch 0,9 Prozent betragen.“

Große Mehrheit mit gestiegener Dividende

20 Unternehmen zahlen ihren Aktionären in diesem Jahr mehr Dividende als 2014. Damit setzt sich der Positivtrend der Vorjahre fort: 2014 und 2013 hatten 18 bzw. 16  Unternehmen die Dividende erhöht.

„Die Unternehmen senden mit Ihrer Dividendenpolitik ein starkes Signal an den Aktienmarkt: Der erneute Anstieg schafft Vertrauen unter Anteilseignern und Investoren. Sie können sich in einem andauernden Niedrigzinsumfeld auf einen hohen Rückfluss aus ihren Investitionen freuen. Dabei müssen die Unternehmen aber immer das berechtigte Interesse der Investoren an einer Gewinnbeteiligung mit den weiteren Finanzierungserfordernissen des Unternehmens abwägen“, betont Steinbach.

„Gerade wenn das Geschäftsmodell einem großen Umbruch unterworfen wird, bringt es dem Unternehmen häufig langfristig operativ mehr, das Geld in die Geschäftsentwicklung zu investieren. Dabei sitzen die Unternehmen oft in der Zwickmühle: Eine niedrigere Dividende kann ein negatives Signal an den Aktienmarkt geben.“

 Weniger Unternehmen kürzen Dividende

In diesem Jahr wollen deutlich weniger Unternehmen ihre Dividende kürzen als noch im Vorjahr: In diesem Jahr senken zwei Unternehmen – Eon und Deutsche Lufthansa – ihre Dividende. In den vergangenen Jahren hatten dies fünf (2014) bzw. vier (2013) getan.

Zwei Unternehmen verzichten in diesem Jahr ganz auf die Zahlung einer Dividende: Lufthansa und – wie schon im Vorjahr – die Commerzbank. ThyssenKrupp zahlt in diesem Jahr erstmals wieder eine Dividende, nachdem die Aktionäre in den beiden vergangenen Jahren leer ausgegangen waren.

 Mit einer Ausschüttungssumme von 3,1 Milliarden Euro ist in diesem Jahr der Versicherungskonzern Allianz der größte Dividendenzahler im DAX. An zweiter und dritter Stelle rangieren Siemens mit 2,7 Milliarden Euro (plus sieben Prozent) und Daimler mit 2,6 Milliarden Euro (plus neun Prozent).

Am wenigsten erhalten die Aktionäre von Commerzbank und Deutscher Lufthansa (jeweils keine Dividende) sowie Lanxess (46 Millionen Euro). Den stärksten Rückgang müssen in diesem Jahr – neben den Aktionären der Lufthansa – die Anteilseigner von Eon hinnehmen: Der Energiekonzern kürzt die Dividende um 179 Millionen Euro bzw. 16 Prozent auf 966 Millionen Euro.

 Weiter steigende Dividenden zu erwarten

Insgesamt jedoch zeigt der Trend bei den Dividendenausschüttungen der DAX-Konzerne eindeutig nach oben, woran sich voraussichtlich auch im neuen Geschäftsjahr wenig ändern werde, so Steinbach: „Die auf breiter Front gestiegenen Dividenden zeigen auch, dass die DAX-Konzerne sich mehrheitlich in guter Verfassung und weiter auf der Erfolgsspur sehen. Alles in allem stehen die Chancen auf weiter steigende Dividenden also gut“.