Wiesbaden/Berlin (8.5.15) – Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir will den europäischen Kapitalmarkt auf wirtschaftliche, ökologische und soziale Nachhaltigkeitskriterien orientieren. „Dies gilt etwa für Anlageprodukte, Risikoanalysen und Ratingmodelle. Europa sollte international vorbildliche Standards setzen“, sagte der Minister am Freitag in Berlin. Der Bundesrat hatte zuvor auf hessischen Antrag Ergänzungen an den Vorschlägen der EU-Kommission für eine europäische Kapitalmarktunion verlangt.

Unter anderem forderte der Bundesrat insbesondere für Kleinanleger einen wirksamen Verbraucherschutz. Al-Wazir sprach von einem „unabdingbaren Grundsatz für Normsetzung und Aufsicht.“ Ferner begrüßte die Länderkammer die Absicht der EU-Kommission, die Fortentwicklung „grüner“ Anleihen zu unterstützen. „Europa muss systematisch Anreize setzen, um Investitionen in Klimaschutz und Projekte der ökologischen Nachhaltigkeit zu fördern“, sagte der Minister.

„Europa muss Anreize setzen, um Investitionen in Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu fördern.“

Al-Wazir wies darauf hin, dass auch ein EU-weiter Kapitalmarkt nicht den klassischen Bankkredit bei der Unternehmensfinanzierung ersetzen werde. „Besonders für kleine und mittlere Unternehmen bleibt er das wichtigste Finanzierungsinstrument. Daher sollten parallel zur Kapitalmarktunion dezentrale Bankenstrukturen in allen Mitgliedstaaten aufgebaut und gefördert werden. Schädliche Folgen auf die für den Mittelstand bewährten Finanzierungsmöglichkeiten sind unbedingt zu vermeiden.“

Quelle: Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung