Deutsche Zahlungsbilanz im März: Leistungsbilanzüberschuss kräftig gestiegen
Frankfurt/Main (12.5.15) – Die deutsche Leistungsbilanz wies im März 2015 einen Überschuss von 27,9 Mrd € auf. Das Ergebnis lag um 11,4 Mrd € über dem Niveau des Vormonats. Dahinter stand vor allem eine deutliche Verbesserung des Saldos im Bereich der „unsichtbaren“ Leistungstransaktionen, die Dienstleistungen sowie Primär- und Sekundäreinkommen umfassen. Hinzu kam ein höherer Aktivsaldo im Warenhandel. Der Überschuss im Warenhandel nahm im März um 4,8 Mrd € auf 24,4 Mrd € zu. Dabei expandierten die Warenausfuhren deutlich stärker als die Wareneinfuhren.
Die „unsichtbaren“ Leistungstransaktionen verzeichneten im März einen Überschuss von 3,5 Mrd €, nach einem Defizit von 3,1 Mrd € im Februar. Wesentlich für den ausgeprägten Umschwung war die Verminderung des Passivsaldos bei den Sekundäreinkommen um 4,2 Mrd € auf 3,4 Mrd €. Sie hing vor allem mit dem Rückgang der Leistungen an den EU-Haushalt zusammen, die im Vormonat wie zu diesem Termin üblich sehr stark angestiegen waren. Zudem verbesserte sich der Saldo bei den Primäreinkommen und in der Dienstleistungsbilanz. Die Nettoeinnahmen bei den Primäreinkommen vergrößerten sich um 1,8 Mrd € auf 8,6 Mrd €. Dazu trugen insbesondere höhere Einnahmen inländischer Investoren aus Wertpapieranlagen im Ausland und geringere Zahlungen an ausländische Kapitalgeber für Wertpapierinvestments in Deutschland bei. Der Minussaldo in der Dienstleistungsbilanz gab leicht um 0,6 Mrd € auf 1,7 Mrd € nach.
Mittelabflüsse im Wertpapierverkehr
Die internationalen Finanzmärkte standen im März unter dem Einfluss der umfangreichen Wertpapierankäufe durch das Eurosystem und der damit einhergehenden Kurssteigerungen europäischer Staatsanleihen. Vor diesem Hintergrund ergaben sich im grenzüberschreitenden Wertpapierverkehr Deutschlands Netto-Kapitalexporte in Höhe von 36,8 Mrd €. Gebietsansässige Anleger erwarben per saldo ausländische Wertpapiere im Wert von 23,9 Mrd €. Sie kauften vorwiegend langfristige Schuldverschreibungen (12,2 Mrd €) und Investmentfondsanteile (9,2 Mrd €); zugleich verringerten sie den Bestand an ausländischen Aktien in ihren Portfolios (0,9 Mrd €). Ausländische Investoren trennten sich im Ergebnis von deutschen Wertpapieren (12,9 Mrd €). Sie veräußerten vor allem langfristige Schuldverschreibungen öffentlicher (13,4 Mrd €) wie auch privater Emittenten (6,2 Mrd €). Dagegen erhöhten sie per saldo ihre Bestände an kurzfristigen Schuldverschreibungen (4,9 Mrd €), an Aktien (1,5 Mrd €) und an Investmentzertifikaten (0,5 Mrd €).
Im Bereich der Direktinvestitionen kam es im März zu Netto-Kapitalexporten in Höhe von 5,1 Mrd €. Deutsche Unternehmen bauten ihr Engagement im Ausland per saldo um 14,6 Mrd € aus, während ausländische Investoren hierzulande 9,5 Mrd € investierten. Gebietsansässige Investoren erhöhten per saldo vor allem ihre grenzüberscheitenden Kredite (10,4 Mrd €) und ihr Beteiligungskapital (4,2 Mrd €). Gebietsfremde Unternehmen verstärkten ihr Engagement in Deutschland ebenfalls vor allem über die konzerninterne Kreditgewährung (8,0 Mrd €). Ihr Beteiligungskapital bauten sie im Ergebnis um 1,5 Mrd € aus.
Mittelzuflüsse ergaben sich im März per saldo im übrigen statistisch erfassten Kapitalverkehr (20,7 Mrd €), der sowohl Finanz- und Handelskredite (soweit diese nicht zu den Direktinvestitionen zählen) als auch Bankguthaben und sonstige Anlagen umfasst. Dabei glichen sich die grenzüberschreitenden Transaktionen der Nichtbanken weitgehend aus: Während deutsche Unternehmen und Privatpersonen dem Ausland Kapital zur Verfügung stellten (netto 0,9 Mrd €), erhielt der deutsche Staat Mittel aus dem Ausland (netto 0,5 Mrd €). Ursächlich für die Kapitalimporte war ein hohes Mittelaufkommen im Bereich der monetären Finanzinstitute ohne die Bundesbank (netto 48,3 Mrd €). Die Auslandsforderungen der Bundesbank erhöhten sich dagegen um 27,3 Mrd €. Grund hierfür waren ein erneuter Anstieg der TARGET2-Salden (18,3 Mrd €) und der Abbau von Auslandsverbindlichkeiten (8,9 Mrd €). Die Währungsreserven der Bundesbank nahmen im März – zu Transaktionswerten gerechnet – ab (0,7 Mrd €).

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